Trainer und Trikotwäscher gesucht
6.000 Ehrenamtliche arbeiten beim Berliner Fußballverein - doch das sind immer noch zu wenig. Trainer für den Nachwuchs werden immer gesucht - genauso wie Helfer, die sich um die Trikots, die Räume und den Platz kümmern.
Der Ehrenamtsbeauftragte des Verbands Gerd Liesegang ist selbst seit Jahrzehnten als frewilliger Helfer tätig - er erklärt, wer gebraucht wird und warum!
Melden Sie sich, wenn sie ehrenamtlich mit Jugendlichen und Kindern Fußball spielen wollen.
In Berlin fehlen ehrenamtliche Fußballtrainer-Trainer
Gerd Liesegang (53) ist der Ehrenamtsbeauftragte des Berliner Fußballverbands. Er selbst ist seit über 40 Jahren ehrenamtlich aktiv – wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Im B.Z.-Interview erklärt er, wie wichtig die vielen freiwilligen Helfer für den Berliner Sport sind:
„Was wären wir ohne die Muttis, die die Trikots waschen?“
Wie viele Ehrenamtliche sind im Berliner Fußball aktiv und was machen die?
Wir schätzen, dass so um die 6.000 Ehrenamtliche aktiv sind. Das sind vor allem Trainer, Betreuer und Schiedsrichter - aber auch Eltern, die ein Vereinsfest mitorganisieren oder die Trikots der Jungs und Mädels waschen.
Wie wichtig sind die Helfer für Sie?
Das kann man schlicht in Zahlen ausdrücken. Der Berliner Fußballverband hat 106.000 Mitglieder, aber nur 23 hauptamtliche Mitarbeiter. Der Rest wird komplett von Ehrenamtlichen erledigt. Die organisieren jedes Wochenende rund 1500 Spiele. Ohne Ehrenamt würde bei uns alles zusammenbrechen.
Haben sie genug Helfer?
Nein. Deshalb wird jeder, der dreimal zum Sportplatz kommt, gleich zwangsverpflichtet (lacht). Aber im Ernst. Es wird immer schwerer, genug Trainer und Betreuer zu finden, die Menschen engagieren sich nicht mehr so gerne, haben andere Sachen im Kopf. Und wer eine Mannschaft übernimmt, muss ja oft zwei, dreimal die Woche abends ran.
Was tun Sie als Verband um ihren Helfern zu helfen?
Wir versuchen natürlich, unsere Ehrenamtlichen so gut wie möglich zu unterstützen. Vor allem mit Fortbildungen, Lehrgängen für Schiedsrichter und Erste-Hilfe- oder Anti-Gewalt-Kursen. Aber wir beraten die Vereine und Vorsitzenden auch beim Steuerrecht. Und dann gibt ganz neu eine DVD, auf der 46 Ehrenamtliche exemplarisch von ihren Erfahrungen erzählen.
Auch die Jugendlichen werden mit einbezogen?
Klar, die trainieren auch selbst schon Mannschaften, organisieren Turniere. Und wir haben bundesweit Jugendschöffen für die Sportgerichte eingeführt. Da sitzen 18- bis 23-Jährige als Beisitzer bei Sportgerichten.
Was wünschen Sie sich für ihre Helfer?
Anerkennung! Das ist das wichtigste, wenn man ein Ehrenamt ausübt. Das sind Menschen, die sich mit Liebe anderen Menschen widmen. Und das braucht Anerkennung von der Gesellschaft. Deshalb finde ich es auch toll, dass sich die B.Z. dem Thema annimmt. Das brauchen wir.

- Termin:
- Immer
- Adresse:
- Berliner Fußball-Verband e.V.
Humboldtstr. 8a
14193 Berlin-Halensee
Telefon: 030 / 89 69 94 - 0 - Ansprechpartner:
- Gerd Liesegang



