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Schmargendorf

Schüler fürs Seniorenheim

Lana (15) rückt das Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel näher an Margot Seidel (87): „Sie dürfen anfangen, Frau Seidel, “ sagt die Zehntklässlerin und reicht der Seniorin die Würfel. Die beiden sitzen im Aufenthaltsraum des „Vivantes Seniorenheim“ in Schmargendorf.

Margot Seidel wohnt hier – Lana ist zu Besuch. Ehrenamtlich betreut sie die Rentnerin jeden Dienstag für zwei Stunden. Gleich nach Schulschluss kommt sie mit ihren Mitschülern Beverly (15) und Sezer (16) vorbei. Sie unterhalten sich mit den Rentnern, schauen gemeinsam alte Fotoalben an oder helfen beim Kegeln gemeinsam.

Im Rahmen des Projekts „Engagement 50+“ der Freiwilligen-Initiative „Schüler lernen durch Engagement“ leisten sie hier ehrenamtliche Arbeit. Die Idee: Oberschüler in Charlottenburg-Wilmersdorf verpflichten sich zu mindestens 50 Stunden gemeinnütziger Tätigkeit. Egal ob in der Schule (z.B. in der Schülervertretung) oder bei sozialen Projekten in Kitas, Heimen, Umwelt- oder Sportprojekten.

Initiiert hat das Projekt der frühere Lehrer Jürgen Clausen (70): „Bildung muss mehr sein als Schule, und Schule mehr als Unterricht. Die Schüler sollen auch durch ihr Engagement etwas lernen.“

Die Idee hat Erfolg. In Lanas Klasse im Schiller-Gymnasium engagieren sich 18 Schüler im Projekt „50+“. Lana, Beverly und Sezer im Seniorenheim. „Ich wollte etwas mit alten Menschen machen, um neue Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Sezer. Jeden Dienstag spielt er mit Rüdiger Taube (70) Schach. „Beim Spielen erzählt er mir von seiner Kindheit. Über Fußball reden wir auch“, sagt Sezer.

Manchmal erkennt Rüdiger Taube ihn zwar nicht sofort – aber beim Spielen blüht er immer auf. „Hier im Heim hat er sonst niemanden, der noch mit ihm spielen kann. Da ist das Treffen mit dem Jungen ein richtiges Highlight“, sagt Betreuerin Elke Günther (40). „Das Spielen mit Sezer stärkt sein Ego, das ist enorm wichtig für Demenzkranke.“

Das Heim ist von den Schülern begeistert. „Die drei denken mit und gehen sensibel mit den Bewohnern um“, sagt Elke Günther. „Sie sind eine richtige Unterstützung für uns. Denn, das Allerwichtigste für Demenzkranke ist der menschliche Kontakt, das Gespräch. Das gibt Sicherheit, baut Ängste ab.“

Auch den Schülern gefällt die Arbeit gut. Noch 25 Stunden werden sie im Seniorenheim ableisten. Den dreien macht ihr Helden-Einsatz bei den Senioren so viel Spaß, dass es bei den 50 Stunden vielleicht gar nicht bleibt.

Jürgen Clausen sucht Freiwillige, die Lust haben als Projektbetreuer mitzuhelfen. Oberschüler, die sich sozial engagieren möchten, können sich an ihn wenden. Kontakt Tel.902915239

Termin:
Jederzeit
Ansprechpartner:
Jürgen Clausen Tel: 9029 15 239

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