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Tegel

Samariter-Bund sucht Wasserretter

Bei den Baywatch-Helden vom Tegeler See ist Ihr Leben in guten Händen

Neun Uhr morgens am Bootssteg in Tegel. Fabian Panther (27) löst das Tau, nickt seinem Bruder zu. Es kann losgehen. Stefan (33) dreht den Zündschlüssel um. Der Motor des Rettungsboots „Sama 5“ (11 Meter lang, 230 PS) jault auf - das Boot fährt auf den Tegeler See.

 

An Wochenenden sind die Wasserretter des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB)unterwegs. Ihre Mission: Leben retten. Von Seglern, Tauchern, Schwimmern.

 

Während ihre Kollegen draußen Ausschau halten, steht Patricia Mertens (26) in der Kabine, wartet am Bordtelefon auf mögliche Notrufe. Die Bankkauffrau ist als Rettungsschwimmerin seit zwölf Jahren dabei und hat schon einiges erlebt: Letztes Jahr gab es sechs Einsätze, bei denen die Patienten in Lebensgefahr schwebten. „Sobald ein Notruf bei uns eintrifft, muss man mit dem Schlimmsten rechnen“, sagt Patricia, „Jeder unserer Einsätze ein Wettlauf mit der Zeit.“

 

Zusammen mit der Feuerwehr und der DLRG leisten die Wasserretter des ASB an den Berliner Seen Hilfe. Der größte Unterschied zu Rettungen an Land sind die ungenauen Ortsangaben. Stefan, der auch hauptberuflich bei der ASB Rettungsassistent ist, sagt: „Jeder Wasserbereich sieht gleich aus. Zeugen können deshalb immer nur ungefähre Angaben machen, wo sie jemanden zuletzt gesehen haben.“ Doch trotz der Anstrengungen und emotionalen Belastungen, die ihr Job mit sich bringt, haben die 40 ehrenamtlichen Helfer Spaß an ihrem Hobby.

 

Sanitäter Alexander Heinrich (26, studiert Luft- und Raumfahrttechnik): „Unsere Aufgabe ist schon eine sinnvolle Beschäftigung in der Freizeit. Es ist ein Hobby mit Verpflichtungen.“ Er ist seit 1999 Teil des fünfköpfigen Teams, das wöchentlich Dienst hat.

 

Finanziert wird der Wasserrettungsdienst durch eine Unterhaltspauschale für Bootspflege und Unterhalt der Zentrale durch den Senat - aber überwiegend lebt der Verein von Spenden. Rettungstaucher Dirk Klimpel (24): „Die meisten Spenden erhalten wir von Segelclubs. Die sind froh und haben ein besseres Gefühl beim Segeln, wenn wir in ihrer Nähe sind.“ Aber auch Menschen, die von den Wasserwächtern gerettet oder einmal versorgt wurden, danken uns oft mit einer kleinen Spende. „Das ist ein Geben und Nehmen“, sagt Dirk.

 

Bis zum Anbruch der Dunkelheit dreht die Crew ihre Runden auf dem Tegeler See - doch heute bleibt alles ruhig. Dann fahren sie zurück. Fabian verknotet das Tau wieder am Steg. Feierabend. Schon am nächsten Tag beginnt ein weiterer Einsatztag auf dem See.

 

Die Wasserretter des Arbeiter Samariter Bunds suchen Nachwuchs. Wer mitmachen will:
Infos gibt es beim Arbeiter-Samariter-Bund,
Tel: (030) 450 260 97

Termin:
Ab sofort
Adresse:
Arbeiter-Samariter-Bund e.V.
Wasserrettungsdienst

Kolonnenstraße 30 K
10825 Berlin
Ansprechpartner:
Tel: (030) 450 260 97

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