Mentoren für Schüler gesucht
Das Unionhilfswerk macht junge Neuköllner fit für den Berufsstart.
Launita (16) hat einen Traum. "Ich würde gern Hotelfachfrau werden", sagt die Schülerin aus Neukölln. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Doch Launita geht ihn nicht allein: Eine Berliner Heldin wird ihr helfen, alle Hürden zu überwinden.
"Hürdenspringer" heißt das Projekt des Unionhilfswerks, das Neuköllner Schülern mit Migrationshintergrund beim Berufseinstieg hilft. Dafür bekommen sie für ein Jahr einen Mentor.
Einen Menschen, der sich regelmäßig mit ihnen trifft, über ihre Ziele und Probleme spricht und sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und der Bewerbung unterstützt.Der Abschluss ist für Launita allerdings noch Zukunftsmusik. "So weit sind wir noch lange nicht", erzählt Friederike Langenbruch (30), Launitas Mentorin. Vorerst hilft sie der Neuntklässlerin von der Zuckmayer-Oberschule im Rollbergviertel bei den Hausaufgaben. Sie geht mit ihr schwierige Texte durch, bereitet sie auf Klassenarbeiten vor. Mit Erfolg.
"Ich melde mich im Unterricht schon viel öfter als früher", berichtet Launita. Sie weiß, dass der Realschulabschluss die Voraussetzung für einen guten Ausbildungsplatz ist. "Deshalb haben wir gerade unsere Dezember-Lern-Offensive gestartet", ergänzt Friederike Langenbruch lachend.Man spürt: Die beiden jungen Frauen verstehen sich prächtig. Kein Wunder, schließlich haben sie sich kennengelernt wie ein Liebes-Paar: beim Speed-Dating. Elf Schüler saßen elf Mentoren gegenüber und fragten ihnen Löcher in den Bauch.
Alle paar Minuten rutschten sie einen Platz weiter, zum nächsten Mentor. Am Ende konnten die Jugendlichen Wünsche äußern, von wem sie betreut werden wollen. "Ich fand Friederike gleich sympathisch", erinnert sich Launita. "Und hatte dann noch Glück, dass sie mir zugelost wurde."Beim ersten "Date" wurden die Regeln für ihre Zusammenarbeit aufgestellt: Pünktlichkeit, Einsatz, Ehrlichkeit. "Wir reden ganz offen über alles, auch private Dinge", sagt Launita.
Davon profitiert nicht nur die Schülerin. "Ich lerne sehr viel von Launita, etwa über ihre Kultur", sagt Friederike, die im Januar ihren neuen Job als Pressesprecherin des Deutschen Flughafenverbandes ADV beginnt. "Zum Beispiel hat sie mir viel vom muslimischen Zuckerfest erzählt."Launita kommt aus dem Kosovo, zu Hause wird nur Albanisch gesprochen.
"Meine Eltern können viele meiner Probleme nicht verstehen, sie sind ja auch nie in Deutschland zur Schule gegangen", sagt Launita. Sie ist froh, dass sie jetzt Friederike an ihrer Seite hat. Denn sie weiß: Egal wie viele Hürden ihr auf dem Weg zu ihrem Berufswunsch noch begegnen - sie springt nicht allein.
Das Unionhilfswerk sucht weitere Mentoren.
Der nächste Info-Abend ist morgen (8. Dezember) von 18 bis 19.30 Uhr in der Donaustraße 84 (Neukölln). Weitere Infos bei Stefanie Corogil, Tel. 22 32 76 24.

- Termin:
- Das Unionhilfswerk sucht jederzeit weitere Mentoren
- Ansprechpartner:
- Stefanie Corogil, Tel. 22 32 76


