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Neukölln

Köche für mehr Miteinander gesucht

Das Projekt "Mieter kochen für Mieter" sucht ehrenamtliche Köche.

Multikulti kann ganz einfach sein. Zumindest in der Küche des Neuköllner Gemeinschaftshauses „Morus 14“ im Rollbergkiez.

Dort stehen seit 9 Uhr früh Guly Ölipek (49) und Jamal Soulajman (58) am Herd vor mehreren dampfenden Töpfen und Pfannen. Sie kochen gemeinsam ein Essen für über 60 Personen, die gleich in der Einrichtung erwartet werden. Sie stammt aus der Türkei und brutzelt das Kebab. Er kommt aus dem Libanon und verpasst gerade der Suppe den letzen Schliff: „Bei uns stehen eben auch Nationen gemeinsam am Kochtopf, von denen es sonst immer heißt, dass sie nicht besonders gut miteinander klarkommen“, sagt Frank Bourgett (46), der Leiter des Gemeinschaftshauses stolz.

Kein Wunder. Denn beim Kochen findet man genügend Gemeinsamkeiten. „Wir haben kulinarisch dieselben Wurzeln“, sagt Antiquitätenhändler Jamal Soulajman. Das Ergebnis: Pfannen-Kebab und als Vorspeise Linsensuppe.

„Mieter kochen für Mieter“ heißt das Projekt, für das die beiden gerade ehrenamtlich am Herd stehen. Seit sechs Jahren kochen jeden Mittwoch im Gemeinschaftshaus Freiwillige das Mittagessen für die Anwohner des Rollbergkiezes. Drei Gänge für eine Spende von 3,50 Euro – inklusive Wasser und Kaffee. „Die Idee ist, die Menschen verschiedener Herkunft und Berufe an einen Tisch zu bekommen“, sagt Leiter Bourgett. Bis zu 100 Gäste kommen jedes Mal ins Haus. Und das nicht nur zum Essen. „Hier spricht man über neue Projekte, tauscht sich aus. Das ist der Marktplatz des Rollbergkiezes.“

Und der lockte auch schon prominente Köche. Der Regierende Klaus Wowereit(SPD) stand an den sechs Herdflammen, genauso wie die damalige Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) und Comedian Kurt Krömer.

Doch auch ohne Prominenz sind es immer gut 70 Gäste, die hier essen. Und sich davor die Zeit vertreiben. Die „Rollberger Lerchen“ um Schwester Rosemarie trällern Songs. Dann sind die Köche soweit. Fünf Helfer tragen die ersten Essen aus. Inge Tscherner (74) ist eine der Ersten, die eine Suppe auf den Tisch bekommt. Sie ist seit fast fünf Jahren Gast beim Essenstreff, kommt mit ihrem Mann aus der Sonnenallee hierher und ist ein richtiger Fan: „Wir haben querbeet alles gegessen. Deutsch, türkisch, indisch, arabisch. Und es war immer lecker.“ Auch heute schmeckt’s: „Wie falscher Hase, nur südländisch“. Für beide ist klar: „Alle meckern über den Rollberg. Aber die sollen sich mal angucken, wie es woanders aussieht. Die Gegend ist viel besser als ihr Ruf.“
Kiezliebe geht eben durch den Magen.

„Morus 14“ sucht immer ehrenamtliche Helfer. Köche, aber auch Hausaufgabenbetreuer für Kiezkinder. Kontakt: Tel: 6808 6110
 


 

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Ab sofort
Ansprechpartner:
Kontakt: Tel: 6808 6110

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