Was ist der Heldenstundenzähler? Das Heldenbarometer erfasst die Ehrenamtsstunden der Berliner. mehr...

Hellersdorf

Känguru sucht Helden für Familienbetreuung

Neun Monate hat sie sehnsüchtig auf ihren Nachwuchs gewartet. Dann waren sie endlich da die Zwillinge. Im März wurden Lucy und Stella geboren. Die zwei aufgeweckten Mädchen mit den großen blauen Augen sind das ganze Glück ihrer Mutter Mandy Neubauer (29). Und halten diese ganz schön auf Trab.

„Zwillinge bedeutet doppelte Freude, aber auch doppelte Arbeit“, sagt die junge Mutter aus Hellersdorf. Schläft die Eine, fängt die andere an zu schreien und könnte so die andere aufwecken. Zwei Babies auf einmal füttern klappt mit viel Geschick. Gleichzeitiges Wickeln stellt eine unlösbare Herausforderung dar.


Tagsüber ist Mandy alleine mit den Kindern. Ihr Mann arbeitet, die Omas oder andere Verwandten wohnen nicht in Berlin. Sie und ihre Zwillinge sind auf fremde Unterstützung angewiesen. Stella braucht besondere Aufmerksamkeit. Sie kam mit dem Kiss- Syndrom zur Welt, die obere Halswirbelsäule hat eine Schiefstellung. Daher muss sie oft zum Kinderarzt. „Meine Hebamme sagte, du brauchst Hilfe, sonst brennst du aus.“ Die bekam sie von „Känguru“, einem Nachbarschaftshilfeprojekt des Diakonischen Werkes Berlin. Familien und Alleinerziehende werden nach der Geburt in alltagspraktischen Dingen von ehrenamtlichen Familienbetreuern unterstützt.

Für Familie Neubauer wurde Friede Karg (75) aus Hellersdorf gefunden. Sie kommt einmal die Woche für ein paar Stunden, um Mandy mit den Zwillingen zu helfen. Sie geht mit den Kleinen spazieren, während Mandy den Haushalt macht oder sich ein bisschen ausruht. „Friede ist eine große Stütze. Dank ihr habe ich die Möglichkeit einmal Luft zu holen. Kräfte zu sammeln für die nächste Woche.“

Friede Karg engagiert sich seit drei Jahren beim Verein Känguru. Die verwitwete Rentnerin wollte nicht allein sein. Sie hatte Angst, die Decke könne ihr Zuhause auf den Kopf fallen. Daher suchte sie sich eine Aufgabe. „Ich wollte mit Menschen arbeiten, die meine Hilfe brauchen. In meinem Ehrenamt betreue ich eine Familie in der Regel für ein Jahr. Einmal die Woche. Freitags besuche ich immer die kleinen Zwerge Stella und Lucy. Da freue ich mich jedes Mal, wenn ich zu den Zwillingen komme. Sie gucken mich immer mit ihren großen blauen Augen an und lachen über beide Bäckchen“, sagt Friede Karg begeistert.

Mit der Zeit ist das Vertrauen zwischen Familienbetreuerin und Mutter immer größer geworden. „Für unsere Familie ist sie nicht nur eine Ehrenamtliche. Für uns ist sie Tante Friedel geworden, “ sagt Mandy und lächelt.


Das kostenlose Angebot von „Känguru“ Mütter und Väter nach der Geburt zu unterstützen gibt es bereits in sieben Berliner Bezirken: Spandau, Mitte, Neukölln, Marzahn- Hellersdorf, Steglitz- Zehlendorf und Tempelhof- Schöneberg. Es werden noch Ehrenamtliche gesucht, die Zeit und Lust haben jungen Familien und Alleinerziehenden nach der Geburt zu helfen.

Termin:
Ab sofort,
Am 20.November startet der nächste Vorbereitungskurs
Adresse:
In sieben Berliner Bezirken
Ansprechpartner:
Wibke Eberhart
Infos:030/ 403 010 55
Arbeitsleistung:
Ein Ehrenamtlicher betreut eine Familie
Teamgröße:
Ein Ehrenamtlicher betreut eine Familie

Dieses Projekt

Kinder
Soziales

Partner