Helfer für Kinder-Café gesucht
Das Klinikum Buch sucht ehrenamtliche Helfer für sein Kinder-Café.
Die beiden trennen über 62 Jahre: Ilse Wuttke ist 63, der kleine Theo hat im Sommer seinen ersten Geburtstag gefeiert. Doch ihre Erkrankung verbindet die Seniorin und das Kleinkind.
Ilse Wuttke leidet seit 20 Jahren unter Rheuma – er unter einer Knochenentzündung. Seit zwei Wochen ist Theo Patient der Rheuma-Station im Kinderklinikum Buch. „Unser Orthopäde hat uns überwiesen“, erzählt seine Mutter Angela Zettler (37). „Theo hatte starke Schmerzen, hat aufgehört zu krabbeln – die Ärzte haben jetzt die Entzündung diagnostiziert.“
Sie sitzt mit ihrem Sohn im Kinder-Café der Station 117. Ilse Wuttke stellt den beiden ein Stück Kirschstreusel hin. Einmal die Woche bietet die Berliner Rheuma-Liga das Café als Treffpunkt für betroffene Kinder und ihre Eltern an. Als ehrenamtliche Helferin unterstützt Ilse Wuttke die Sozialpädagogin der Rheuma-Liga Jana Lenke. „Ich spiele dann mit den Kindern, schenke Tee aus oder lese ihnen etwas vor“, sagt sie über ihre Aufgabe.
Der Treffpunkt mit Spielecke, Kaffee und Kuchen – all das soll den Kindern Abwechslung im eintönigen Klinik-Alltag bieten und den Eltern Hilfe vermitteln: „Das Café ist eine wichtige Anlaufstelle für die Patienten“, sagt der Chefarzt der Kinderklinik Prof. Dr. Lothar Schweigerer. „Die Eltern bekommen Tipps über das Medizinische hinaus. Sie können ihren Frust loswerden und merken, dass sie nicht alleine sind auf der Welt.“
Über 15000 Kinder sind deutschlandweit an Rheuma erkrankt, allein in Berlin sind rund 1000 in Behandlung – 300 kommen jedes Quartal ins Klinikum Buch, einem der größten Zentren in Deutschland: „Rheuma ist keine Erwachsenenkrankheit“, sagt Ilse Wuttke.
Und Beratung besonders wichtig: „Eltern müssen wissen, wie es weitergeht. Braucht man einen Rollstuhl, kann das Kind in der Schule bleiben. Da ist es wichtig, dass man hier Experten fragen kann“, sagt Dr. Helmut Sörensen, Präsident der Rheuma-Liga Berlin.
Denn für Kinder ist der Umgang mit Rheuma besonders schwer. „Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und verlieren schnell den Sozialkontakt, wenn sie nicht mehr mit den anderen spielen können“, sagt Chefarzt Schweigerer.
„Bei einem Rheumaschub fühlt man sich wie 100“
Ilse Wuttke kann das bestätigen: Als Betroffene kann sie sich gut in die Kinder einfühlen. „Wenn man einen Rheuma-Schub hat, dann ist man 100 – und nach der Behandlung wieder 30“. Und auch wenn die Aufgabe schwer ist, der Einsatz macht Spaß: „Natürlich geht es einem nahe, wenn man sieht, dass Kinder leiden – aber sie sind so lebhaft und tapfer, das gibt einem auch viel zurück.
Eine Erfahrung, die auch die Schirmherrin der Deutschen Rheuma-Liga Berlin gemacht hat, Monika Diepgen, Ehefrau des früheren Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen: „Es ist ganz wichtig, dass die Kinder am normalen Leben teilnehmen“, sagt sie. Jeden Montag von 13 bis 16 Uhr ist das Café der Rheumakinder dafür geöffnet. Doch noch fehlen Helfer, die montags die Kinder betreuen. Deshalb ruft Monika Diepgen in der B.Z. zur Hilfe auf und hofft auf Freiwillige aus ganz Berlin. Sie verspricht: „Glänzende Kinderaugen sind die Belohnung, wenn man den Rheumakindern hilft!“
Infos und Kontakt:
Deutsche Rheuma-Liga Berlin, Schützenstr. 52/53, 12165 Berlin, Astrid Fengler, 32 290 2950

- Termin:
- Ab sofort
- Adresse:
- Deutsche Rheuma-Liga Berlin, Schützenstr. 52/53, 12165 Berlin, Astrid
- Ansprechpartner:
- Astrid Fengler, 32 290 2950


