Das Tierheim sucht Paten
Zwei Heldinnen, die kranke Katzenseelen gesund streicheln.
Futterdose, Fellbürste und ein großes Päckchen Pflaster. Gut ausgerüstet steigt Rita Erl in Box Nummer 136 im „Katzenhaus Garfield“ des Berliner Tierheims. „In unserem Job muss man schon ein paar Kratzer aushalten können“, sagt sie.
Rita Erl eine von vier ehrenamtlichen Katzenstreichlerinnen, die sich im Tierheim um die Samtpfoten kümmern. Fünf Kater sitzen in Box 136. Sie schauen etwas scheu, als die Rentnerin in ihr Revier eindringt. „Das wäre vor Kurzem noch gar nicht möglich gewesen“, sagt Rita. „Aber inzwischen kennen sie mich ja schon.“ Denn als Streichelpatin kümmert sie sich um scheue, traumatisierte und ängstliche Katzen. „Wir versuchen, sie wieder an Menschen zu gewöhnen. Das dauert und erfordert viel Geduld. Aber eine verängstigte Katze lässt sich kaum vermitteln.“
600 Katzen leben im Tierheim in drei Häusern und der Krankenstation. Zwischen fünf und zehn werden jeden Tag an neue Besitzer vermittelt. „Aber nur, wenn sie nicht zu scheu sind.“
Auch Monika Schuppan (57) kommt seit drei Jahren ins Tierheim. Zweimal in der Woche kümmert sie sich ehrenamtlich um mehrere Dutzend Katzen. Gerade sitzt sie bei Tanto und Targo, zwei getigerten Kurzhaarkatzen. „Die beiden sind noch sehr ängstlich“, erklärt sie. „Deshalb rede ich immer ein bisschen mit ihnen, damit sie sich an die menschliche Stimme gewöhnen.“ Gleichzeitig lockt sie die Tiere mit Leckerlis. „Wenn sie zutraulicher werden, spielen wir mit ihnen und streicheln sie.“
Einige der Katzen wurden ausgesetzt oder misshandelt. Manche sind misstrauisch, andere allein durch den Ortswechsel traumatisiert. „Wenn eine Katze jahrelang in der Wohnung war und dann hier abgegeben wird, verkraftet sie das nicht immer gleich“, weiß Monika Schuppan.
Aber mit Bürste und viel Tierliebe päppeln die Paten ihre Schützlinge wieder auf. Dafür brauchen die Paten viel Geduld und ein bisschen Hornhaut an den Fingern: „Natürlich beißen die einen auch mal“, sagt Monika. „Aber wenn sie dann zutraulich werden, ist es ein besonders schönes Gefühl.“ Und wenn sie dann auch noch vermittelt werden sowieso: „Unser Ziel ist ja, dass sie nicht nur ein paar Streicheleinheiten bekommen, sondern auch ein neues Zuhause finden“, sagt Rita Erl.
Doch für die Arbeit gibt es zu wenig Freiwillige. Deshalb suchen die Paten noch weitere Streichel-Helden fürs Tierheim und Helfer, die ein Tier zeitweilig bei sich zu Hause aufnehmen. Die Katzenpaten erreichen Sie unter 0175 56126 43.

- Adresse:
- Tierheim Berlin
Hausvaterweg 39
13057 Berlin - Ansprechpartner:
- 0175 56126 43



