Das Arzt-Mobil der Caritas sucht Medinziner
Das Arzt-Mobil der Caritas sucht Mediziner mit Kassenzulassung, Medikamente und Verbandsmaterial.
Der erste Patient ist schnell versorgt: Peter, ein älterer Mann mit Rauschebart steckt seinen Kopf durch die Tür: „Habt ihr vielleicht ein Aspirin für mich?“. Dr. Andreas Kärsten (42) reicht ihm zwei Tabletten nach draußen. Vor fünf Minuten hat er seine Praxis vor der Bahnhofsmission geparkt. Obdachlosen-Sprechstunde am Bahnhof Zoo - wie jeden Montagabend.
Es ist die vierte Station des Arzt-Mobils der Caritas, einem zur rollenden Praxis umgebauten Kleintransporters am heutigen Tag. „Wir fahren dahin, wo die Brennpunkte sind“, sagt Schwester Theresia (39). „Denn die meisten unserer Patienten würden von sich aus nicht zum Arzt gehen“. Aus Scham, Unwissenheit oder Angst vor Behörden. Dabei haben sie die Versorgung besonders nötig. Meistens lassen sich die Probleme nicht mit zwei Aspirin lösen. Denn das Leben auf der Straße ist natürlich besonders hart. „Häufig behandeln wir Infektions-Krankheiten und Verletzungen durch Stürze. Platzwunden und Prellungen“, sagt Dr. Kärsten.
Das Arzt-Mobil bietet dafür alles, was es in einer richtigen Praxis auch gibt: eine Grundversorgung mit den wichtigsten Medikamente, Verbandmaterial.
Zwischen fünf und 15 Patienten versorgt Kärsten im Schnitt pro Halt. Viele kommen mittlerweile regelmäßig.
Der Allgemeinmediziner ist einer von vier Ärzten, die ehrenamtlich für das Mobil arbeiten. Seit 13 Jahren tauscht er das Mobil einmal die Woche mit seiner Friedenauer Praxis. Und das gern - auch wenn es seine Patienten „mit der Hygiene nicht immer so genau nehmen“. Aber: „Die Arbeit mach Spaß, die meisten Patienten freuen sich, wenn wir kommen und sind sehr dankbar für die Behandlung.“
Mittlerweile hat sich eine kleine Menschentraube vor Tür des Mobils gebildet. Der Gehsteig wird zum Wartezimmer - aber nicht alle brauchen ärztliche Hilfe. „Viele kennen uns mittlerweile“, sagt Schwester Theresia, „kommen auch mit anderen Problemchen oder nur zum Quatschen.“
So wie Levko (39). Er hat zwar seit Jahren wider eine Wohnung, schaut trotzdem regelmäßig vorbei. Das Mobil hat ihm vor ein paar Jahren das Leben gerettet.
„Ich kam mit hohem Fieber“, erinnert er sich, „die Ärztin hat eine Lungenentzündung festgestellt und mir Antibiotika gegeben. Sie meinte: eine Woche später und es wäre zu Ende gewesen.“
Ärzte dringend gesucht
Der Bedarf für das Mobil steigt. Deshalb braucht Andreas Kärsten Unterstützung. Gesucht werden Mediziner mit Kassenzulassung, Medikamente und Verbandsmaterial.
Infos bei Frau Gabriela Allgaier, 030 390 474 30

- Termin:
- Mediziner und Medikamente werden ständig gesucht
- Ansprechpartner:
- Frau Gabriela Allgaier,
Tel: 030 390 474 30



