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Steglitz

Berlin braucht Helden wie Nico Koenen

Der Steglitzer Student rettete einem Leukämiekranken das Leben.

Helden erlebt man ja eher in Aktion. Superman am Himmel von Metropolis, Spiderman in den Häuserschluchten New Yorks. Bei Nicolas Koenen (23) ist das ein bisschen anders. Der liegt im Bett und kann nicht mal die Hand zur Begrüßung heben. „Ich soll die Arme nicht bewegen“, entschuldigt er sich. Ein Held ist der Steglitzer Medizinstudent trotzdem. Denn er rettet gerade einem anderen Menschen das Leben. Durch Nichtstun im Liegen.

Vor einem Jahr las Nicolas den B.Z.-Bericht über das leukämiekranke Berliner Baby Helene. Er beschloss, sich zu engagieren. Und meldete sich als potenzieller Spender bei einer Aktion der Deutschen Knochenmarksspenderdatei (DKMS) und ließ sein Blut typisieren. Ein paar Monate später kam der Brief. Sein Blut passt genetisch zu einem Leukämie-Kranken – Koenen erklärte sich sofort bereit zum Spenden.

Fünf Tage lang musste er sich dafür zuhause Spritzen mit einem Stammzellenbildenden Medikament setzen. Seit eineinhalb Stunden liegt er jetzt im Campus Steglitzim Bett. Sein Blut fließt durch einen beige-braunen Zellseperator neben ihm. 1,5 Milliliter Stammzellen werden so pro Minute gefiltert. Eine Coladose voll (rund 350 Milliliter) werden am Ende für eine erfolgreiche Stammzellen-Spende benötigt, vier Stunden dauert die Prozedur insgesamt.

Koenen nimmt es gelassen. „Es tut nicht weh. Und der Aufwand lohnt sich, wenn man so einem anderen Menschen helfen kann."

2,2 Millionen Spender hat die DKMS in ihrer Kartei. 22.000 Spenden wurden in den letzten Jahrzehnten weltweit vermittelt.

Den Empfänger seiner Zellen kann Koenen erst in zwei Jahren treffen. Bis dahin bleibt er anonym. Kein Problem für den Studenten: „Ich käme mir schäbig vor, wenn ich es nicht machen würde. Dank brauche ich nicht“, sagt er und legt sich wieder bequem hin.

Jeder im Alter von 18 bis 55 Jahren kann sich bei der DKMS als Spender registrieren lassen. Ein Set für eine Genprobe gibt’s im Internet (www.dkms.de) oder unter Tel: (0221) 940 582 0. Auch im Virchow Klinikum (Tel: 450566432) und im Campus Benjamin Franklin (Tel: 8444550) kann man sich typisieren lassen.


 

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