Ziegen für einen guten Zweck
Ein Seniorenheim in Marzahn sucht Betreuer für seine tierischen Bewohner.
Bonnie und Clyde sind die beiden jüngsten Bewohner des Seniorenheims in der Wittenberger Straße in Marzahn. Vermutlich sind sie die jüngsten Bewohner sämtlicher Seniorenheime Berlins überhaupt. Sie sind nämlich gerade einmal vier Monate alt – und die größte Freude der alten Menschen. Denn Bonnie und Clyde sind Ziegen.
„Um unser Haus attraktiver zu gestalten, kamen wir auf die Idee, Tiere anzuschaffen“, erzählt Petra Winter (44), Marzahner Heim-Leiterin der FSE Pflegeeinrichtungen gGmbH. Der Tipp mit den Ziegen kam vom Schwiegervater der Pflegedienstleiterin Thekla Steffen (36), der in der Peter-Lenné-Schule für Agrarwirtschaft arbeitet. „Er legte uns Zwergziegen ans Herz, weil sie sehr pflegeleicht seien“, erzählt Thekla Steffen.
Was sich zunächst als Trugschluss herausstellte: Erst einmal büxten die beiden cleveren Tiere aus, indem sie sich unter dem Zaun ihres Geheges hindurchbuddelten. „Glücklicherweise konnten wir sie wieder einfangen“, lacht Petra Winter. „Und Namen hatten wir dadurch auch gleich für sie: Bonnie und Clyde, wie das amerikanische Kriminellen-Pärchen, das immer auf der Flucht war.“
Jetzt ist der Zaun so verstärkt, dass die beiden Zwergziegen, die übrigens Geschwister sind, nicht mehr so einfach das Weite suchen können.
Bewohner lernen durch die Tiere, Verantwortung zu übernehmen
Müssen sie auch gar nicht, denn in ihrem großen Gehege werden sie richtig gut versorgt – von den Bewohnern des Heims. Denn die Ziegen sind natürlich nicht bloß zum Zeitvertreib der Senioren hier.
„Es ist bekannt, dass Tiere eine therapeutische Wirkung auf Menschen haben“, sagt Thekla Steffen. Und da die Einrichtung auch viele Senioren mit psychiatrischen Erkrankungen und Demenz betreut, werden Bonnie und Clyde fest in den Tagesablauf eingebunden. „Wer sich um die Ziegen kümmert, lernt, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Thekla Steffen. „Außerdem strukturieren die festen Fütterungszeiten den Tagesablauf der Bewohner.“
Um den Kontakt mit den Ziegen so vielen alten Menschen wie möglich zu ermöglichen, braucht die Einrichtung allerdings Unterstützung von außerhalb. „Wir suchen Marzahner, die sich einmal oder auch mehrmals die Woche für eine gute halbe Stunde gemeinsam mit unseren Bewohnern um die Pflege des Geheges und die Fütterung der Ziegen kümmern“, sagt Heim-Leiterin Petra Winter. Und keine Angst: Auf Ziegenjagd wird keiner mehr gehen müssen.
Wer Lust hat, sich um die beiden Zwergziegen zu kümmern, meldet sich bei Einrichtungsleiterin Petra Winter, Tel: (030)9366700.




