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Pankow

Wir suchen Helden für die Opferrolle

Die Rettungshunde vom Roten Kreuz brauchen Menschen, mit denen sie den Ernstfall trainieren.

Reglos liegt Sabine Berk (45) im Wald. Doch Khaya hat die Witterung bereits aufgenommen. In rasendem Tempo rennt die Border-Collie-Hündin in enger werdenden Kreisen um den Körper, bis sie laut bellend vor Sabine Berk sitzen bleibt. Die erhebt sich und belohnt Khaya mit einem Leckerli – denn zum Glück ist das nur eine Übung.


Zweimal in der Woche trainiert die Rettungshundestaffel Berlin-City des Deutschen Roten Kreuzes die Suche nach Vermissten oder Verschütteten. Khaya meistert die Übungen mit Leichtigkeit – sie ist Rettungshündin aus Leidenschaft. „Die macht auch zu Hause acht Stunden am Tag Terz“, lacht ihr Frauchen Katja Saul (44).


Doch ein erfolgreicher Rettungshund braucht mehr als nur Energie. „Sie müssen bis zu 90 Minuten am Stück hoch konzentriert sein“, sagt Sonja Glanz (28), die mit Labrador-Hündin Reika seit gut vier Jahren zur Staffel gehört. Deshalb ist die Ausbildung auch kein Kinderspiel: Erst nach anderthalb bis zwei Jahren absolviert ein Hund die Prüfung.


Da braucht auch der Mensch viel Ausdauer. „Sonnabends dauert das Training fast den ganzen Tag“, sagt Krankenschwester Sonja Glanz. „Da geht schon viel Freizeit drauf.“ Zumal die Mitglieder der Staffel jederzeit per Funkmelder erreichbar sein müssen, um gegebenenfalls zu Einsätzen gerufen werden zu können.


Per Hubschrauber zum Unfallort


Wie im vergangenen Herbst, als eine Gasexplosion ein Haus in Pankow dem Erdboden gleichmachte. Oder im Februar, als in Eberswalde eine Lagerhalle eingestürzt war und die Rettungshunde per Hubschrauber zum Unfallort gebracht wurden. In beiden Fällen bestätigten sich die Befürchtungen, dass noch Menschen unter den Trümmern liegen könnten, nicht. Zum Glück.
Am schönsten sei es, vermisste Menschen lebend aufzuspüren, sagt Sonja Glanz. Wie vergangenes Wochenende, als ein Demenzkranker aus Lobetal bei Bernau alleine in den Wald gegangen und gestürzt war. Die Hunde spürten ihn auf.
Damit sie weiter so erfolgreich suchen, veranstaltet das DRK Berlin-City vom 24. bis zum 27. Juni ein Rescue-Camp mit 15 Hundestaffeln aus ganz Deutschland, die unter realen Bedingungen Einsatz-Szenarien üben. Dafür werden noch Berliner gesucht, die sich als ehrenamtliche „Opfer“ von den Hunden aufspüren lassen. Sie sollten volljährig sein und etwa einen halben Tag Zeit mitbringen. Anmeldung bei Sonja Glanz, Tel: 0177/6320433
 

 

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