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Lichtenrade

Wir sind spitze mit der Spritze

Bei der Jugend-Feuerwehr Lichtenrade trainieren die Helden von morgen.

Löschangriff in Lichtenrade. Matti (15) ist Maschinist, Antje (16) und Levi (13) kümmern sich um den Verteiler, Robin (14) und Jessica sind der Wassertrupp. Der Rest der Mannschaft öffnet den Unterflur-Hydranten und legt Schläuche.

 

Knappe Befehle werden gerufen: „Bring mal den B-Füller!“, „Ein Rohr, linker Abgang.“ Ansonsten wird still und schnell gearbeitet. Keine zwei Minuten dauert es, dann steht die Wasserversorgung, kommt der Befehl: „Wasser marsch!“

 

Jessica legt an der Spritze den Hebel um. Doch Wasser kommt keines raus. Das Ganze war nur eine Simulation.

 

„Gut gemacht“, lobt Leiter Helge Weber (45) nach der Übung, nennt nur einige Korrekturen: „Beim Kuppeln nicht übergreifen, der Rest war o.k.“

 

Es ist Montagabend die Jugendfeuerwehr Lichtenrade – 27 Jugendliche von 11 bis 18 Jahren – trainiert in der Garage der Feuerwache 4710. Geübt wird mit echtem Einsatzfahrzeug – aber ohne echtes Feuer.

 

„Im Ernstfall dürfen Jugendliche natürlich nicht bis in die Gefahrenzone“, erklärt Leiter Weber, „aber eine Wasserversorgung aufbauen, das müssen sie können. Und da können sie auch eine Hilfe sein. Einmal die Woche üben sie Schläuche kuppeln, Hydranten öffnen, Spritze halten: immer zu zweit.

 

In Lichtenrade, wie in vielen anderen Randgebieten Berlins, ist die Freiwillige Feuerwehr für Brände zuständig. Knapp 1000 Einsätze fahren die Männer und Frauen im Jahr.

 

„Da muss man sich frühzeitig um Nachwuchs kümmern“, betont Weber. Deshalb legt die Feuerwehr Wert auf die Jugendarbeit. 800 Feuerwehr-Kids gibt es in ganz Berlin. Aber die meisten Wachen brauchen noch Verstärkung.
Verantwortung macht stark

 

Jessica ist eines von vier Mädchen bei der Jugendfeuerwehr, seit zweieinhalb Jahren dabei. Eine Freundin erzählte ihr davon. „Das macht richtig Spaß“, sagt sie, „vor allem die Übungen draußen am Teich.“

 

Für Fabian (11) ist heute ein besonderer Tag. Er wird offiziell aufgenommen. „Die anderen haben abgestimmt“, berichtet er stolz, denn hier geht’s demokratisch zu: „Feuerwehr ist immer Teamarbeit. Man muss sich auf den anderen verlassen können“, erklärt Weber, „deshalb bestimmen die Jugendlichen selbst,

 

wer zu ihnen passt. So wächst Verantwortung“.

 

Mike (18), einer der Ältesten, hat seit 2005 schon drei echte Feuer erlebt: „Natürlich immer aus der Entfernung. Aber wenn alles vorbei war, dann durften wir auch mal zu den Nachlöscharbeiten mit.“ Einmal hat er geholfen, einen Verunglückten wegzutragen: „Das sind schon andere Erfahrungen, als man sonst macht“, sagt er. Auch manchmal privat nützlich: „Bei uns zu Hause brennen keine echten Kerzen mehr am Weihnachtsbaum, viel zu gefährlich.“

 

Matti (15) und Robin (14) sind seit drei Jahren dabei, kamen aus Neugierde und blieben: „Wir haben heute die Prüfung bestanden, dürfen in Zukunft auch zu Einsätzen mitfahren.“ Dafür bekommen sie einen eigenen Helm, mit ihrem Namen drauf. Nur an der Stange runterrutschen dürfen sie noch nicht. „Das geht erst ab 18“, sagt Weber. Zur Feier gibt’s Cola, statt „Prost“ sagen die jungen Helden hier übrigens: „Gut Schlauch!“

 

Wer Jugendfeuerwehrmann (oder Feuerwehrfrau) werden will, wendet sich an den Landesjugendfeuerwehrwart: Reinhard Wolf, Märkische Allee 181, 12681 Berlin, (030)38760218
 


 

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