Wir brauchen Suppe und Schlafsäcke!
Die Notübernachtungen der Stadt sind auf die Spenden der Berliner angewiesen.
Wenn noch jemand aufgerüttelt werden muss, dann mit dieser Nachricht: In Polen und Russland sind seit Beginn der Kältewelle schon 14 Obdachlose erfroren. „In Berlin darf kein einziger Mensch wegen der Kälte sterben“, sagt Ortrud Wohlwend von der Stadtmission. „Doch dafür brauchen wir die Unterstützung der Berliner.“
Denn die Notunterkünfte der Stadt platzen aus allen Nähten. In der Lehrter Straße am Hauptbahnhof sind 60 Übernachtungsplätze vorgesehen, in den vergangenen Nächten kamen jeweils über 170 Hilfesuchende. „Bei diesen Temperaturen können und wollen wir niemanden abweisen“, sagt Svetlana Krasovski (28) vom Leitungsteam.
Wenn die Notübernachtung um 21 Uhr öffnet, gibt es erst einmal für jeden Gast eine warme Suppe. Doch die Vorräte neigen sich dem Ende zu. „Wir brauchen dringend die Unterstützung von Firmen oder Gastronomen, die uns Suppe oder Eintöpfe spenden“, sagt Svetlana Krasovski.
Und auch der Kaffee wird langsam knapp. „Eine Tasse Kaffee gibt dem Menschen wenigstens ein wenig von seiner Würde zurück und stärkt Körper und Seele“, sagt Ortrud Wohlwend. „Das ist vor allem morgens wichtig, bevor die Menschen wieder zurück nach draußen in die Eiseskälte müssen.“
Der Kältebus kann Leben retten
Die Stadtmission hat auf die Lage reagiert und hält ihre City-Station, ein Restaurant für wohnungslose Menschen in der Joachim-Friedrich-Straße, auch Montag- und Dienstagnacht geöffnet. Dort können weitere 20 Menschen übernachten.
Wer es nicht mehr aus eigener Kraft zu einer Notübernachtung schafft, wird vom Kältebus aufgenommen – was vielen Obdachlosen bereits das Leben gerettet hat. Die Kältebus-Mitarbeiter versuchen mit diesen ins Gespräch zu kommen, bieten ihnen eine Tasse heißen Tee und versuchen sie dazu zu bewegen, Hilfe anzunehmen und in den Bus zu steigen.
Doch weil trotz der extremen Witterungsverhältnisse viele jede Hilfe ablehnen, braucht der Kältebus dringend alte Schlafsäcke. „Sie müssen unbedingt für extreme Minusgrade geeignet sein“, sagt Ortrud Wohlwend. „Sonst können sie für die Obdachlosen sogar zur Lebensgefahr werden.“
So können alle Berliner helfen:
► Wer Obdachlose trifft, die nicht in der Lage sind, selbst Hilfe zu suchen, ruft das Kältehilfe-Telefon an: Tel: (030)68081107 (19-23 Uhr).
► Suppen- und Kaffeespenden bitte (nur) Montag, 8-17 Uhr, in der Lehrter Straße 68, 10557 Berlin, abgeben.
► An gleicher Stelle können auch für extreme Minusgrade geeignete Schlafsäcke abgegeben werden.
► Außerdem sucht die Stadtmission immer Handschuhe sowie Damen- und Herren-Unterwäsche.





