Wen dürfen wir zum Helden schlagen?
Die Kreuzberger Boxgirls suchen Helfer und eine neue Halle.
Ob sich Rocky einsam fühlt? Wie bei vielen Vereinen prangt auch in der kleinen Boxhalle am Marheinekeplatz ein Foto von Silvester Stallone an der Wand. Doch wenn hier mehrmals die Woche die Boxgirls anrücken, dann ist er der einzige Mann am Ring.
Rund 30 Mädchen und Frauen schlagen auf Sandsäcke ein, hauen bei den Trainern auf die roten Übungspratzen. Nicht zum Spaß, sondern als soziales Projekt. Das Ziel: „Mädchen in ihrer Entwicklung stärken, selbstbewusster machen“, wie Gründerin Heather Cameron (40, FU-Professorin am Institut für Erziehungswissenschaft) erklärt. Denn: „Junge Heranwachsende in Kreuzberg haben es nicht leicht, müssen sich ständig beweisen.“
Die unkonventionelle Idee hat durchschlagenden Erfolg: Immer mehr Mädchen melden sich an, Schulen laden die Girls zu Projekttagen ein, gerade entsteht eine neue Gruppe in Neukölln.
Sogar die Kanzlerin ist begeistert.
Vor vier Wochen verlieh Angela Merkel den „Boxgirls“ im Kanzleramt einen Preis für besonderes soziales Engagement. Ihr Kommentar: „Tolles Projekt“. Und sie hatte noch eine Frage: „Was sagen denn die Jungs so zu eurem Hobby?"
Die Boxgirls sind stark, Hilfe suchen sie trotzdem. Hier ist die Wunschliste mit dem, was die Frauen dringend und gratis brauchen:
► Zwei Büro-Räume für Seminare, Hausaufgabenhilfe und Betreuung der Girls nach der Schule.
► Die Halle ist zu klein. Wer kann bei der Suche nach einem größeren Trainingsplatz (Fabriketage) helfen?
► Eine ehrenamtliche Buchhalterin und eine Bürokraft (für ca. 10 Stunden/ Monat)
► Handwerker für Reparaturen
► Ein Leih-Transporter mit Fahrer für mehrere kurze Fahrten im Monat
► Eine Druckerei, die gratis (oder zum Selbstkostenpreis) Flyer druckt.
► Box-Equipment wie Sandsäcke, Handschuhe, Medizinbälle, Hanteln.
► Übersetzer für Arabisch.
► Lehrer, die mit den Boxgirls an Projekttagen kooperieren wollen.Kontakt: Lia Michael, Tel: (030)53148500 www.boxgirls.org





