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Wilmersdorf

Volle Kanne Helden

Engagierte Anwohner wässerten bei der Hitze Bäume in ihrem Kiez.

Sengende Hitze, pralle Sonne, wochenlang Temperaturen über 30 Grad und kaum Regen – für die Berliner Bäume waren die vergangenen Wochen eine harte Prüfung.

Doch während viele die Blätter hängen lassen, strahlen die Pflanzen um den Leon-Jessel-Platz in Wilmersdorf in sattem Grün. Ihr Glück war die Stadtteilinitiative „Miteinander im Kiez“, die den Gewächsen alle paar Tage mit Gartenschlauch und Gießkanne zu Leibe gerückt ist.

„Wir treffen uns alle zwei Monate und beschließen, was im Kiez zu tun ist“, erzählt Michael Müller (68), der die Gruppe vor zehn Jahren mitgründete. Dann streichen sie Bänke, fegen Plätze, sammeln Kastanienlaub oder pflanzen Blumen – je nach Jahreszeit und Bedarf. „Doch während der Hitze war natürlich das Wässern der Bäume besonders wichtig“, sagt Müller.

Dabei weiß er, dass nicht jeder Baum Hilfe braucht. „Die alten, dicken Bäume versorgen sich selbst aus dem Grundwasser“, erklärt Joachim Schmidt (49) vom Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf. „Dagegen brauchen junge Bäume mit einem Umfang von bis zu 60 Zentimetern viel Wasser von oben – rund 150 Liter pro Woche.“

Baustadtrat Gröhler begeistert
Ganz besonders freut sich der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (44, CDU) über das Engagement. „Leider hat der Senat die Mittel für die Grünflächenpflege massiv heruntergefahren, weshalb wir zu wenig Personal haben, um die Pflanzen in solch einem heißen Sommer angemessen zu versorgen“, sagt Gröhler. „Da bleibt nur bürgerschaftliches Engagement, um diese Lücke ein Stück weit zu schließen.“

Denn eines ist sicher: Die nächste Hitze-Welle kommt bestimmt.

Wer sich bei der Stadtteilinitiative Leon-Jessel-Platz e.V. engagieren oder Anregungen für Aktionen bei sich im Kiez holen möchte, kommt am 18. September zum Kiez-Fest auf den Platz, oder meldet sich bei Michael Müller, Tel: (030) 25 20 51 18.


www.jessel-kiez.de