Teatime für Helden
Kazim Erdogan wünscht sich, dass die Berliner miteinander ins Gespräch kommen.
Kazim Erdogan (57) hat einen Traum: Er wünscht sich, dass alle Berliner miteinander ins Gespräch kommen und sich kennenlernen – gerne auch bei einer Tasse Tee. Sein Projekt nennt er „Kette der Kommunikation“.
Seit Erdogan als junger Mann 1974 nach Deutschland kam, setzt er sich für die Verständigung zwischen den Kulturen ein. Er unterstützt die Bildung für Kinder aus sozial schwachen Familien, leitet Gesprächsgruppen für Eltern mit Migrationshintergrund oder spricht mit türkischen Männern, die gegenüber ihrer Frau oder Kindern gewalttätig wurden. Dabei geht es ihm immer um eins:
Sprachlosigkeit überwinden. „Ich bin überzeugt davon, dass unsere gesellschaftlichen Probleme zu 90 Prozent auf mangelnde oder fehlende Kommunikation zurückzuführen sind“, sagt der Psychologe. „Vor allem zwischen unterschiedlichen Kulturen und sozialen Schichten.“
Eine Kette der Kommunikation
Deshalb wünscht er sich, dass jeder Berliner mit einem Menschen aus seinem Umfeld Kontakt aufnimmt. „Das kann im Supermarkt sein, in der Bank oder in der eigenen Firma“, sagt er. Es gehe darum, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, mit denen man unter normalen Umständen nur wenige Worte wechselt – wenn überhaupt.
„Was sich daraus dann entwickelt, ist völlig offen“, sagt Erdogan. Wichtig sei ohnehin, dass man überhaupt miteinander ins Gespräch komme. Denn er ist sicher: „All die Wände, die uns trennen, können wir nur durch Kommunikation einreißen.“
Auf der Homepage des Projektes www.kettederkommunikation.de können sich Teilnehmer registrieren lassen und damit die Idee auch im Internet weiter tragen. Wer mehr erfahren möchte, meldet sich bei Kazim Erdogan, Tel: (030)68874815.





