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Süße Boys kärcherten Probleme weg

Sechs Azubis renovieren das Mutter-Kind-Haus in Lichterfelde

 

Im Bad bröckelt der alte Putz ab, im Schlafzimmer sind Wasserflecken an der Decke, Küche und Flur sind seit Ewigkeiten nicht mehr gestrichen worden. Einige Räume der Kindergruppe im Mutter-Kind-Haus in der Lichterfelder Goethestraße müssen dringend renoviert werden. Das dachten sich auch einige Auszubildende des Baustoff-Händlers Raab Karcher – und packten kräftig an.

 

In vier Tagen wollen die fünf jungen Männer und eine junge Frau diese Räume des „Jörg-Sommerlath-Hauses“ des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF) auf Vordermann bringen. Am Mittwoch ging es los, am Sonntag soll der letzte Pinselstrich getan sein. Ein Bad inklusive aller Einbauten wollen sie komplett sanieren sowie eine Küche, zwei Schlafzimmer und den Flur renovieren. „Unser Arbeitgeber unterstützt einmal im Jahr ein Azubi-Projekt, dass wir selbst wählen dürfen“, erzählt Großhandelskaufmann-Azubi Patrick Ziegler (23). „Und wir wollten damit unbedingt einer sozialen Einrichtung helfen.“ Weil eine der Bewohnerinnen des Mutter-Kind-Hauses bei Raab Karcher ein Praktikum absolvierte, hatten die Azubis schnell entschieden, dass sie für genau dieses Projekt die Ärmel hochkrempeln wollten. 

 

Das komplette Bad wird neu gefliest

 

Doch sie mussten schnell feststellen, dass es mit Ärmelhochkrempeln allein nicht getan ist. „Im Bad mussten wir alle Fliesen runterkloppen“, sagt Patrick Beelitz (20) ächzend, während er einen Eimer mit Schutt nach draußen trägt. „Dass es so anstrengend wird, hätten wir nicht gedacht.“ 

 

Ganz alleine sind die jungen Helden allerdings nicht, Bau-Experten beraten sie bei den Arbeiten – schließlich sind sie keine Profis. Patrick Beelitz kämpft in der großen Küche mit der Tapete. „Die ist da mindestens seit 30 Jahren drauf!“ stöhnt der junge Bauhelfer. Währenddessen erklärt Michael Zettelmann (45) von der Firma Rigips Patrick Ziegler, wie dieser die Badezimmer-Wände zu bearbeiten hat. 

 

Und während die Jungs schuften, schauen drei der 19 jungen, teilweise minderjährigen Mütter vorbei, die derzeit in der Einrichtung leben. Sie und ihre Kinder werden hier rund um die Uhr betreut. In speziellen Projekten können sie ihren Schulabschluss nachholen oder werden auf eine Ausbildung vorbereitet. Aber das geht nur in vernünftigen Räumlichkeiten. 

 

Firmen unterstützten das Projekt mit 4000 Euro

 

Deshalb sind Jenny (18), Cindy (21) und Sabrina (22) beeindruckt vom Elan der ehrenamtlichen Handwerker: „Das sieht später richtig gut aus – und war dringend nötig.“ Noch glauben sie nicht daran, dass am Sonntag wirklich alles fertig sein soll. Aber die Raab-Karcher-Azubis werden richtig Gas geben und jede Menge unbezahlte Überstunden machen. „Hier wissen wir, wofür wir uns abrackern“, sagt Patrick Ziegler. 

 

Auch mehrere Firmen waren vom Engagement der Azubis begeistert und steuerten Material im Gesamtwert von 4000 Euro bei. Quick-Mix und Caparol liefern die Farben, Ardex steuert Kleber und Fugenmaterial bei, von Keramag und Ideal Standard kommen die Sanitäranlagen. 

 

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