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Wedding

Putz-Helden in schweren Zeiten

Ein Berliner Verein gibt Eltern von krebskranken Kindern Wohnungen.

Putzen gehört nicht zu den Hobbys von Johanna Grünberg (48). Trotzdem schrubbt die Heilpraktikerin seit drei Stunden gemeinsam mit Karl-Heinz Nagel (66) und Markus Hall (35) Fußböden, wischt Staub und poliert die Fenster einer fremden Wohnung. An einem freien Sonnabend – und völlig freiwillig!


Denn die drei Helden unterstützen mit Lappen und Wischmopp den Weddinger Verein Kinderhilfe – Hilfe für leukämie- und tumorkranke Kinder e.V. Berlin-Brandenburg. Er stellt Eltern, deren Kinder in Berlin behandelt werden, unentgeltlich Gastwohnungen zur Verfügung.


Derzeit wohnt in dem kleinen Apartment eine junge Mutter, deren Sohn seit Wochen in der Klinik gegen Leukämie kämpft. Weil sie nicht aus Berlin stammt und sich keinen teuren Hotelaufenthalt leisten kann, ihrem Sohn aber während der Behandlung im Virchow-Klinikum trotzdem ganz nahe sein möchte, darf sie hier leben.


„Weil die Eltern so viel Zeit wie möglich mit ihren kranken Kindern verbringen möchten, haben sie oft keine Zeit für den Haushalt“, sagt Johanna Grünberg. „Und weil so eine Krebsbehandlung auch oft große finanzielle Belastungen mit sich bringt, brauchen sie ehrenamtliche Unterstützung – denn eine Putzfrau ist meist viel zu teuer.“


In der Wohnung stapeln sich Medikamentenschachteln


Leicht fällt den drei fleißigen Aufräumern ihre Tätigkeit dabei nicht: Beklemmende Stille herrscht in der leeren Wohnung, auf dem Wohnzimmertisch stapeln sich neben der Fernbedingung Medikamentenschachteln, und vor dem Regal mit Kinderbüchern steht ein kleiner Rollstuhl, in dem der kranke Junge einst gesessen hat. „Aber wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird, hat er ein schönes, gemütliches und sauberes Heim“, sagt Karl-Heinz Nagel. „Bei dem Gedanken macht einem sogar als Mann das Putzen Spaß.“
 

 

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