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Zehlendorf

Oma kocht mit Kindern Gelee

Quitten-Oma Monika zeigte Berliner Kindern wie man Gelee kocht

Frau Weißfuß ist eine Heldin, denn sie tut für andere, was sie kann

Helden kann man sich nicht backen – aber am Herd werden sie trotzdem manchmal geboren. Monika Weißfuß (67) erkocht sich gerade in Zehlendorf den Heldenstatus. Seit zehn Uhr steht sie am Herd im „Sonnenhaus“ vor einem großen silbernen Topf. Kochlöffel in der Hand, die Brille vom Dampf beschlagen. Der steigt von den Quitten auf, die im Topf köcheln: „Wir machen heute Gelee“, erklärt sie den fünf jungen Mädchen, die um sie herumstehen.

 

Gestern haben sie die Früchte geerntet – heute wird Marmelade daraus. Monika Weißfuß: „Seit ich in Rente bin, habe ich ein Faible fürs Marmeladekochen entwickelt.“ Und das will sie teilen.

 

Deshalb hat sie sich sofort gemeldet, als das Sonnenhaus, ein naturpädagogisches Zentrum für Kinder und Jugendliche, über die B.Z.-Aktion Berliner Helden Ehrenamtliche gesucht hat, die beim Ferienprogramm mithelfen. „Ich wohne im Kiez und habe sofort zum Hörer gegriffen, als ich es in meiner B.Z. gelesen habe“. Zwei Tage später stand sie schon hinterm Herd. Die Rentnerin hat selbst einen Garten. Fürs Sonnenhaus ist sie damit eine Idealbesetzung.

 


Vier Pädagogen und zwei junge Frauen, die ein freiwilliges ökologisches Jahr ableisten, arbeiten hier. „In den Ferien haben wir besonders viele Kinder hier und können jede Hilfe brauchen“, sagt die Sonnenhaus-Chefin Sandra Grosset (27). Drei Kurse finden gerade gleichzeitig statt. In der Küche wird Marmelade gekocht, im Hof geklettert und im Garten legen zehn Kids Hochbeete für eine Kräuterschule an. „Kinder können hier ganz ungezwungen die Natur für sich entdecken“, erklärt Grosset.


Fünf Kurse gibt es pro Woche – mit 100 Kindern.

 

Tara (8) ist eine von ihnen. Seit Montag kommt sie zum Sonnenhaus. Bis gestern waren Quitten ein Fremdwort für sie: „Ich kannte die Früchte nicht. Aber dann haben wir zwei Eimer klein geschnitten – die waren so hart, dass wir das Brotmesser nehmen mussten.“
Jetzt lernt sie, wie daraus Marmelade wird: „Auf einen dreiviertel Liter Quittensaft, ein Päckchen Gelierzucker“, erklärt die Ehrenamtliche, „wichtig ist, dass man die Gläser gut abkocht – sonst wird die Marmelade schlecht.“

Die Kinder schwärmen von ihrer Quitten-Oma: „Sie lässt uns ganz viel selbst machen“, sagt Malin (8) aus Zehlendorf.

Begeisterung auch bei Monika: „Die Kinder sind alle sehr nett und hören zu, wenn ich etwas erkläre. Das macht schon Spaß“, sagt sie, während sie mit Sonja (9) und Patricia (8) den Quittensaft in die Gläser füllt. Monika Weißfuß macht die Arbeit so viel Spaß, dass sie sich für den Rest der Ferien verpflichtet hat. „Ich habe ja immer Ferien“, sagt sie und lacht. Und das Sonnenhaus kann noch weitere Helfer brauchen. Besonders gesucht sind Experten für Holzarbeiten und Helfer, die am Hochbeet mitbauen. Infos unter 815 10 94 und www.dassonnenhaus.de

Patricia (8) aus Zehlendorf lässt sich im Sonnenhaus von der Berliner Heldin Monika Weißfuß (67) zeigen, wie aus harten Quitten richtig leckere Marmelade gemacht wird

Patricia (8), Michelle (9) und Victoria (10) sind fleißig bei der Arbeit. Naschen mit inbegriffen

Judith (19) verleiht Monika Weißfuß (67) den Berliner Helden Ehrenpin
 

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