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Wedding

Helden im Einsatz: Evas-Haltestelle

Obdachloseneinrichtung „Evas Haltestelle“ wurde nach B.Z.-Aufruf renoviert.

„Wenn der Wedding ruft, dann bin ich da!“ David Tilche (32) wohnt zwar mittlerweile in Tempelhof, aber als die Frauen der Obdachloseneinrichtung „Evas Haltestelle“ in der Bornemannstraße über die B.Z. nach Renovierungshelfern suchten, meldete er sich sofort.

 

„Hier bin ich aufgewachsen, da helfe ich natürlich mit.“ Jetzt steht der Tischler in der Beratungsstelle und streicht die Wände im Aufenthaltsraum.

 

Dabei dürfte er hier normalerweise gar nicht rein. Denn „Eva“ in Wedding ist Berlins einzige Anlaufstelle, die sich nur an obdachlose Frauen richtet. Sie finden in der Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) ein Essen, eine Dusche, im Notfall ein Bett und vor allem: einen geschützten Raum: „Viele der Frauen, die hier Hilfe suchen haben Gewalt durch Männer erlebt – sind vor ihren Vätern oder Ehemännern geflohen“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Petra Hartmann (40). Für Männer heißt es hier deshalb: „Wir müssen leider draußen bleiben.“ Aber damit die Einrichtung endlich einen neuen Anstrich bekommt, gibt’s eine Ausnahme. Heute machen hier die Helden halt, streichen Wände, verlegen PVC, reparieren Schränke. Leiterin Hartmann: „Wir machen die Haltestelle winterfest. Denn wenn es kalt wird, ist bei uns immer am meisten los.“

 

Rund 1500 wohnungslose Frauen gibt es in Berlin. Bei „Eva“ bekommen sie Hilfe. 10 finden durch Eva jeden Monat eine neue Bleibe. „Ist doch toll, dass man Menschen helfen kann, die sonst wenig Hilfe bekommen“, sagt David Tilche. Er ist nicht der Einzige. Vier Helden und eine Heldin rackern mit: Rainer (34) streicht den Flur. Er ist aus Tempelhof gekommen: „Meine Frau hat mich hergeschickt.“ Sven Grimm (37) aus Prenzlauer Berg verlegt das PVC im Bad, hat den Aufruf zufällig in der B.Z. gelesen: „Beim Rückweg aus dem Urlaub in der S-Bahn.“ Für die Stärkung am Mittag mit Würstchen und Kartoffelsalat sorgen die ehrenamtliche Helferin Bettina Pankow (41), Chefin Petra Hartmann und SkF-Sprecherin Stephanie Irrgang (38). Hinterher gab es Muffins – Nachtisch für Helden.

 

Danach geht’s weiter: Frank Schatz (47) streicht mit Farbe, die „Praktiker“ in Wedding spendete, das Bad. Der Weddinger arbeitet seit 30 Jahren als Maler, liest genauso lange die B.Z.. Heute passt beides zusammen. Es ist sein erster Ehrenamtseinsatz: „Kann man aber empfehlen. Ist ein tolles Gefühl.“ Das findet auch Jutta Melchior-Andric (70) aus Wilmersdorf. Sie ist die einzige Frau im heutigen Heldenteam – sie übernimmt das Putzen.

 

Bis zum Abend dauert der Einsatz. Dann erstrahlt „Eva“ in neuem Glanz. Und die Helden gleich mit. Eine kleine Belohnung gab es übrigens auch noch. Die Staatlichen Museen zu Berlin stifteten für die Helden Museumskarten.
Wer Evas Haltestelle helfen will, z.B. mit Lebensmittelspenden (Kaffee, Tee, Konserven) kann sich hier melden: 462 32 79

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