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Treptow

Esel Leona bekommt ein neues Heim

In Johannisthal entstand ein neues Freigehege für die Lieblinge des Pflegeheims.

Martha Heinze (88) geht jeden Vormittag von ihrer kleinen Wohnung im Pflegeheim Johannisthal in Treptow die 500 Meter zum nächstgelegenen Supermarkt. Der Einkauf besteht immer aus Möhren und Gurken. Diese schneidet sie in maulgerechte Stücke und verfüttert sie an den Hausesel Leona.
Die einjährige Eselin lebt mit drei Ziegen im Garten des Pflegeheims und ist der Liebling von Martha Heinze.

 

Heute gibt es Unruhe im Eselstall. Denn 10 Freiwillige, Angehörige von Patienten und Anwohnern, vergrößern das Gehege und bauen ein neues Gatter für die Tiere. Jeweils drei lange, dunkle Holzbalken werden in gleichmäßigen Abständen zusammengenagelt. Anschließend wird der Zaun lackiert, um ihn vor der Witterung zu schützen.

 

Die Tiere erfreuen 149 Pflegeheim-Bewohner

 

Friedrich Böhning (65) taucht den Pinsel in die Lackdose und bestreicht das dunkelbraune Holz. Der Helfer erklärt sein Engagement so: „Meine Frau und ich sind seit drei Jahren im Pflegeheim ehrenamtlich tätig. Mein Vater kam hier lange Zeit zum Mittagessen her. Da wollten wir etwas zurückgeben. Wir betreiben ehrenamtlich die Cafeteria des Heims. Und organisieren Musikabende im Heim.“
 

 

Auch junge Freiwillige sind gekommen, um das Tiergehege zu vergrößern. So wie der fünfjährige Tobias mit seinem Papa Christian. „Bei der heutigen Aktion kann ich meinem kleinen Sohn zeigen, wie man Holz richtig anstreicht. Er lernt heute aber auch, was Hilfe und Engagement bedeuten“, meint Christian Schöpke (44), Gärtner aus Spandau. „Es macht Spaß, als Vater und Sohn etwas zusammen zu machen und das auch noch für den guten Zweck.“
 

 

Nach sieben Stunden ist das Gatter fertig. Und Leona und die Ziegen können sich über ein größeres Zuhause freuen. Da es jetzt mehr Platz gibt, liegt die Idee nahe, bald auch weitere Tiere anzuschaffen. Ein kleiner Streichelzoo mit Meerschweinchen und Kaninchen ist geplant. „Die Tiere sind sehr wichtig für unsere 149 Bewohner. Das Streicheln hat eine positive, beruhigende Wirkung.

 

Auch auf Demenzkranke“, sagt Heim-Mitarbeiterin Patricia Schramm. Tobias bückt sich und rupft ein Grasbüschel aus dem Boden. Er streckt die Halme dem Esel entgegen. Möhren und Gurken sind es zwar nicht, aber darüber sieht Leona großzügig hinweg.

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