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Zehlendorf

DLRG lehrt Kindern das Schwimmen

Die Lebensretter der DLRG nehmen Kindern die Scheu vorm Nass.

Die sechsjährige Linnea treibt reglos auf dem Wasser. Ganz zur Freude von Stefan Röhr (40). Denn der bringt ihr und anderen Kindern den „toten Mann“ bei. Seine Hand legt er wie einen Balken sicher unter Linneas Rücken. Anfangs kneift sie noch die Augen zu, hat Angst, Wasser zu schlucken. „Mach dich ganz gerade. Ruhig atmen. Prima“, lobt er. Ein schriller Pfiff, die Übung ist beendet.

 

In der Zehlendorfer Schwimmhalle am Teltower Damm erschwimmen sich 20 Jungen und Mädchen ab sechs Jahren in den nächsten Monaten das Seepferdchen-Abzeichen. Ihre Lehrer: erfahrene Rettungsschwimmer von der DLRG.

 

An der gekachelten Wand heißt es „Springen verboten“, doch heute Nachmittag gibt es eine Ausnahme. Denn die Devise lautet: reinspringen, Kopf unter Wasser, und der Nächste. Platsch! Wasser spritzt auf die Fliesen. „Trau dich ruhig, dir kann nichts passieren“, ermutigt Dr. Heinz Viertel (63) eine anfangs noch schüchterne Badenixe mit Regenbogen-Badekappe.

 

Seit 19 Jahren ist der Steglitzer Schwimmlehrer: „Selbst meine Kinder und Enkel waren in meinen Kursen.“ Sechs Lehrer bringen den Kids montags und mittwochs die Lust am Wasser bei. Der Kurs dauert in der Regel drei bis vier Monate, die Trainer arbeiten ehrenamtlich. Die sind eine bunt gemischte Truppe.

 

Die jüngste ist Schülerin Sophia Weimar (17) aus Kleinmachnow. Heute hat sie ihren ersten Einsatz als Schwimmlehrerin. Die erfahrenste Trainerin begann bereits 1951 ihre DLRG- Karriere: Christel Richter (75) aus Steglitz. „Meine Familie hat die DLRG im Blut, denn alle bei uns, von Groß bis Klein, sind im Verein aktiv. Selbst an meinen Enkel habe ich das Rettungsschwimmer-Gen vererbt“, schmunzelt sie. „Ich bin zwar nicht mehr 20, aber trotzdem Schwimmlehrerin mit Leib und Seele.“

 

Während des Unterrichts warten die Eltern geduldig vor der Halle. Linneas Mutter hat sich für die DLRG entschieden, da es im Kurs um Sicherheit und nicht um Leistung geht. Und der Seepferdchen-Anwärterin gefällt’s: „Es ist schön, mit meinen Freunden zu schwimmen, und die Lehrer sind auch total nett.“ Nach 15 Minuten Brustschwimmen darf zum Abschluss der Stunde noch kurz geplanscht werden. Kids und Rettungsschwimmer hüpfen gemeinsam wie Frösche durchs Becken, das mit 32°C einer großen Badewanne gleicht. Danach geht’s unter die Dusche. Dort bleibt am Ende eine nasse Badehose übrig. „Wem gehört die denn wieder?“, fragt Christel Richter wie jede Woche. Munter und gar nicht mehr reglos schnappt sich Linnea Handtuch und Schlappen und freut sich schon auf die nächste Schwimmstunde.

 

Die DLRG sucht Ausbildungshelfer für das Schwimmen und Rettungsschwimmen. Interessierte sollten mindestens 15 Jahre alt sein und das Deutsche Rettungsschwimmenabzeichen in Bronze haben. Informationen für interessierte Wassermänner und -nixen gibt es bei Peter Saß: 0171/520 80 80

Ansprechpartner:
Informationen für interessierte Wassermänner und -nixen gibt es bei Peter Saß: 0171/520 80 80

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