Kehraktion am Alexanderplatz
Stolz blickt der Fernsehturm auf unsere Helden vom Alex.
Auch Helden brauchen Werkzeug. Gerhard Reusche (61) hat aus seinem Keller eine Greifzange mitgebracht. Und Sabine (39) hat extra aus einem Kleiderbügel einen Piker gebastelt.
Basti (27) hat kein Gerät dabei, ist dafür aber den weiten Weg von Spandau zum Alexanderplatz gefahren. Von Stefan bekommt er einen professionellen Müll-Greifer: „So geht’s leichter.“ Zwölf Mann stehen um Punkt 10 Uhr bereit.
Die Aktion Alex der Berliner Helden kann starten. Für Stefan und vier weitere Jugendliche ist der Einsatz schon Routine. Sie machen hier jeden Samstag und Sonntag sauber. Ehrenamtlich. „Der Alex ist mein Wohnzimmer. Und das soll ja nicht dreckig sein“, begründet Stefan sein Engagement. Er gehört zu den „Alexianern“ – 15 Kids, die den Platz in Ordnung halten. Sie sind die Müll-Task-Force, reinigen mit Unterstützung von Bezirk, Anwohnern, BSR sowie ansässigen Firmen den Alex. Der Jugendhilfe-Verein „Gangway“ organisiert die Aktion.
Auch Marco (19) aus Mitte und Jana (21) aus Schöneberg sind dabei: „Wir machen hier oft Party. Alle schimpfen immer auf die Jugendlichen. Wir zeigen denen, dass wir auch anders können, und räumen selber auf.“ Und das an jedem Wochenende. „Vor allem Verpackungen und Flaschen“, sagt Jana. Aber auch Windeln und Schrott-Fahrräder haben sie schon gefunden.
Wie alle Alexianer trägt Jana ein schwarzes Shirt mit der grünen „101“ – die ersten Ziffern der Postleitzahl.
Sie und ihre Kollegen beweisen: Die Jugend ist viel besser als ihr Ruf! Deshalb bekommen sie Hilfe von den Berliner Helden. Um den Helden-Bär versammeln sich Helfer aus allen Stadtteilen. „Es gibt so viele Dreckecken in Berlin, da muss man einfach mit anpacken“, sagt Jens (38) aus Spandau. Gerhard (61) kommt aus Tempelhof: „Gemeinsam können wir alle ein Zeichen setzen.“ Sabine (39) wohnt in der Nachbarschaft: „Ich will, dass der Alex wieder so sauber wird, wie früher“, sagt sie und packt fleißig mit an. Enrico (19), seit einem Jahr Alexianer, übernimmt die Führung: „Wir fangen bei der Grünfläche an, arbeiten uns dann zum Brunnen vor.“
Schnell sind fünf Müllsäcke gefüllt. Omar (30) und Vincent (30), zwei Touristen aus Mexiko, sammeln spontan mit: „Toll, was ihr hier in Deutschland macht. Aber in Mexiko-Stadt ist es noch dreckiger als hier.“
Jetzt auf jeden Fall. Denn Kippen, Scherben und Plastikmüll – alles landet in den Tüten. Knapp 60 Minuten Anpacken und rund um den Fernsehturm ist es viel sauberer als vorher. Basti trägt noch schnell die Säcke zusammen. Sein Fazit: „Super Aktion! Da sieht man mal, was man gemeinsam schaffen kann. Schließlich wir alle sind ein Teil Berlins!“
Infos: www.gangway.de





