Imker sucht Fleiß- Bienchen
Die Gartenarbeitsschule „Ilse Demme“ erklärt Kindern die Natur und sucht noch Helfer.
Wenn Hans-Diethelm Wocköck (75) Berliner Grundschülern seine Lieblinge zeigt, haben die Kinder zunächst oft Angst. „Stechen die mich nicht?“, fragen sie ihn mit bangem Blick auf seine durcheinander wuselnden Honigbienen.
„Nein“, erklärt Wocköck. „Bienen sind ganz friedlich.“ Im Gegensatz zu Wespen haben sie es nie auf Kuchen abgesehen.
„Viele Kinder kennen den Unterschied zwischen Bienen, Wespen und Hornissen gar nicht“, sagt Wocköck. Deshalb hat es sich der Hobby-Imker zur Aufgabe gemacht, die jungen Besucher der Gartenarbeitsschule „Ilse Demme“ in Charlottenburg über die emsigen Insekten aufzuklären.
Denn auch er bewunderte schon als kleiner Junge die Bienenvölker seines Vaters, der ebenfalls Hobby-Imker war. „Wer als Kind einmal Bienen beim Schwärmen erlebt hat“, sagt er, „der vergisst das sein Leben lang nicht.“ Genau dieses Naturschauspiel können die Berliner Kinder in der Gartenarbeitsschule verfolgen: Sie können aus nächster Nähe beobachten, wie die Sammlerinnen zu ihrem Flug starten und andere mit Pollen beladen in den Bienenstock zurückkehren. Wie Wächterinnen Ankömmlinge aus dem eigenen Stock begrüßen, fremde Bienen aber am Eindringen in den Stock hindern.
Nebenher erklärt Wocköck den Kindern, wie wichtig die Bienen für die Landwirtschaft sind. Ohne ihre Bestäubung würde nur ein Bruchteil des Obstes wachsen, das auf der ganzen Welt geerntet wird.
„Die Kinder sollen bei uns die Natur mit allen Sinnen erfahren“, sagt Claudia Meil-Lachmann (53), die pädagogische Leiterin der Gartenarbeitsschule. Damit das auch in Zukunft so bleibt, sucht „Ilse Demme“ ehrenamtliche Helfer, die bei der Gartenarbeit mit anpacken. Auf dem 30000-Quadratmeter-Gelände an der Dillenburger Straße in Schmargendorf ist immer was zu tun.
Angst vor Insekten sollten die Helfer allerdings nicht haben. Denn ganz selten kann die Arbeit auch mal schmerzhaft sein. Zum Beispiel, wenn man barfuß im Gras auf eine Biene tritt und gestochen wird. Wocköck: „Man muss die Natur eben so nehmen, wie sie ist.“
Wer die Gartenarbeitsschule als Ehrenamtlicher unterstützen möchte, meldet sich unter Tel: 51654755





