Ihre Trauer machte sie zur Heldin
Nach dem Tod ihrer Tochter gründete Marion Waade einen Selbsthilfeverein für betroffene Familien.
Die Erinnerung an ihre Tochter Susan lässt Marion Waade (50) nicht los. Ein Foto der jungen Sängerin steht vor ihr auf dem Schreibtisch, eine CD mit einer Aufnahme ihres letzten Konzerts liegt im Regal neben ihr.
Gestern vor drei Jahren, am 18. Mai 2007, ist Susan im Athener „Mythos-Club“ das letzte Mal aufgetreten. Wenige Wochen später war sie tot. Am 25. Juli stirbt sie im Athener Stadtteil Kypseli. Unter mysteriösen Umständen: Sie hatte einen Strick um den Hals, die griechische Polizei legte sich schnell auf einen Selbstmord fest. Marion Waade will das bis heute nicht glauben. „Ich weiß, dass es Mord war“, sagt sie. „Sie hatte Würgemale. Laptop, Handys sowie Tagebücher waren verschwunden.“
Sie verdächtigt den damaligen griechischen Freund ihrer Tochter: „Susan war ihm hörig. Er hat sie geschlagen“, sagt sie.
Marion Waade sitzt im Büro des Vereins „Anuas e.V.“ im Erdgeschoss eines Plattenbaus, gegenüber vom Tierpark in Friedrichsfelde. Bis heute kämpft bis darum, die Wahrheit über den Tod ihrer Tochter herauszufinden. Bisher vergebens.
Sie musste allein kämpfen – jetzt hilft sie anderen
Den Verein „Anuas e.V.“ hat sie nach dem Tod ihrer Tochter als Hilfsorganisation für Gewaltopfer und deren Familien gegründet. Auch er ist ein Stück Erinnerung. Mit ihm will sie Menschen helfen, die in derselben Lage sind wie sie. Ihnen bietet der Verein Selbsthilfe-Treffen, Beratungsgespräche, vermittelt Kontakt zu Anwälten und Therapeuten. Weil ihr selbst keiner half, weiß Marion Waade, wie wichtig Hilfe ist. „Kürzlich kam ein Neuköllner Familienvater zu uns. Seinem Sohn hatte man die Kehle durchgeschnitten. Er sagte immer wieder, dass ihn eh keiner verstehen könne. Doch ich wusste genau, wie er sich fühlt“, erzählt sie.
Helfer beim Aktionstag und fürs Internet-Forum gesucht
Am 28. Mai wird der Verein Anuas e.V. als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Gefeiert wird bei einem Aktionstag für Toleranz und Demokratie von 12-18 Uhr (Erich-Kurz-Straße 5, 10319 Berlin-Friedrichsfelde). Für die Durchführung des Festes werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. Außerdem braucht Anuas Unterstützung bei der Betreuung des Online-Auftritts und dem Aufbau eines Internet-Forums. Kontakt: Tel: 25045151 oder www.anuas.de





