Helden zeigen was ’ne Harke ist
NABU-Nachwuchs sammelte Kastanienlaub im Gutspark Marienfelde
Lautes Kinderlachen im Gutspark Marienfelde. Dutzende Harken wirbeln Laub durch die Luft. Helden im Herbsteinsatz – im Kampf gegen die fiese Miniermotte. Die sitzt im Kastanienlaub. Wenn die Blätter jetzt nicht entsorgt werden, richten die Larven im Frühjahr großen Schaden an.
Der Naturschutzbund (NABU) Steglitz-Tempelhof und die Jugend-Bezirksgruppe „Zwiebelfrösche“ haben sich zum Laubkehren verabredet. Das „Kommando“ hat heute Gruppenleiter Wolfgang Steffenhagen (61): „Seit vier Jahren existiert unsere Laubsammelaktion. Jedes Jahr fegen und harken wir an einem anderen Ort.“ Angefangen hatte damals alles in Dahlem, heute ist der Gutspark Marienfelde an der Reihe.
Die B.Z. hatte mit aufgerufen, das Laub einzusammeln. Als Preis für die größte Gruppe gab es den von den Eishockey-Eisbären signierten Heldenbären. Der ging natürlich an die Zwiebelfrösche, die um 11Uhr mit fast zwei Dutzend Kids pünktlich zur Stelle waren.
Aber auch Anwohner kamen. Einer von ihnen ist Thomas Hass (38, Parkettverleger): „Ich habe den Aufruf in der B.Z. gelesen und fand die Idee super. Normalerweise reche ich immer nur die Gehwege vor meinem Haus. Aber auch der Gutspark soll schöner werden. Deshalb helfe ich natürlich gern.“ Das sieht Horst Bujack (67) ähnlich: „Ich wohne genau gegenüber vom Park. Da lege ich natürlich schon Wert auf eine gepflegte Anlage. Außerdem tut das Arbeiten an der frischen Luft ja auch gut.“
Das Laub landet im Sack
Während bei den Erwachsenen an diesem sonnigen November-Tag (15 Grad) schon die ersten Schweißperlen rinnen, sind die Kinder weiter flott auf Mottenjagd. Corey Herkenhoff (12) hat Gefallen an dem elektrischen Laub-Puster gefunden. „Das macht total Spaß.“ Sehr effektiv ist diese Methode nicht. Denn statt das Laub auf einen Haufen zu blasen, pustet er alles kreuz und quer durch die Gegend. „Der Spaß soll aber an erster Stelle stehen. Hier wird keiner gezwungen. Am Ende wird schon alles irgendwie auf einem großen Haufen landen“, erklärt Natur-Ranger Björn Linder vom NABU. Im April 2008 gründete der 39-Jährige die Gruppe der Zwiebelfrösche. Die Junior-Ranger-Gruppe besteht inzwischen aus 25 Kindern zwischen 8 und 14 Jahren.
Einer der jüngsten NABU-Zwiebelfrösche ist Tobias Bagehorn (9). „Ich interessiere mich schon lange für Tiere. Mein Lieblingsfach in der Schule ist Biologie. Vor Kurzem haben wir im Park Blätter bestimmt, suuuper spannend.“ Auch Juleen Bietzke ist mit ihren zwölf Jahren schon ein echter Natur-Freak: „Ich finde es schön, mit meinen Freundinnen hier das Laub zusammenzukehren.
Manchmal bewerfen wir uns auch mit den Blättern.“ Juleen kichert und harkt dann ganz vorbildlich die Kastanienblätter weiter zu einem Haufen. Nach drei Stunden gemeinsamer Arbeit ist der fünf Hektar große Gutspark von allem Laub befreit. Björn: „Das ging wirklich schnell. Ich bin stolz auf meine Junior-Ranger.“
Zur Belohnung für die insgesamt 100 Heldenstunden der über 30 Helfer gibt’s am Ende einen heißen Kakao unter einer Kastanie, gesponsert vom Restaurant zur Linde.





