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Köpenick

Helden retten Entchen

Die Wildtierpfleger vom Naturschutzbund retten auch Balkon-Brüter.
 

Sieben Eier und eine Ente. Gertrude Schaweck (67) staunte nicht schlecht, als sie Anfang April eine ungewöhnliche Untermieterin auf ihrem Balkon entdeckte. Eine Stockenten-Mama hatte ihren Blumentopf kurzerhand zur Brutstätte umfunktioniert. „Ich wusste gar nicht, was ich tun sollte“, sagt die Köpenicker Rentnerin.


Polizei und Feuerwehr konnten ihr nicht helfen, verwiesen sie aber an André Hallau. Der kümmert sich als Projektleiter der Wildtierpflegestation des Naturschutzbundes Berlin und der Aktion Tier zwar meistens um Bussarde und Amseln. Er ist mit seinen 20 Ehrenamtlichen aber auch für Enten zuständig.


Brutplatz auf der Hauptstraße


Jedes Jahr retten er und seine Helfer rund 1500 Wildvögel in Berlin: „Wir haben schon Nester auf vierspurigen Straßen gefunden. Die haben allen Ernstes auf dem Mittelstreifen gebrütet“, erzählt der Tierfreund aus Bernau. „Abholen können wir die Enten allerdings erst nach dem Schlüpfen der Küken“, erklärt er. Deswegen wurde Gertrude Schaweck für zehn Wochen zur Federvieh-Hebamme. André Hallau stand ihr dabei per Telefon mit Rat und Tat zur Seite.


Jeden Tag fütterte sie die Ente mit aufgeweichten Haferflocken, schützte sogar ihren Brutplatz vor Regen, Kälte und diebischen Elstern, die es auf die Eier abgesehen hatten. In den letzten Tagen vor dem Schlüpfen blieb die Enten-Mutti sogar ganztägig zu Hause, um ein Auge auf ihren „kleinen Depp“ zu haben. Als die sieben Entchen schließlich schlüpften, fiel ihr ein Stein vom Herzen.


Kurz darauf kam Hallau nach Köpenick, packte die Entenfamilie in eine Baumwolltasche und siedelte sie an einen kleinen Bach in der Nähe um. Ein Abschied, den Gertrude Schaweck mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht: „Ich werde die Entenmama vermissen, sie ist mir richtig ans Herz gewachsen.“ Die Station und der NABU sind immer auf der Suche nach Helfern.

Wer Interesse hat, meldet sich bei Diana Gevers, Tel: (030)986083718
 

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