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Hohenschönhausen

Helden pflegen den Garten

Der Garten des Pflegeheims Käthe Kern ist winterfest – dank ehrenamtlicher Hilfe und einer 103-jährigen Dame

Kurz nach 10 Uhr in Hohenschönhausen. Strahlender Sonnenschein, milde Temperaturen, bunte Blätter. Im Garten der FSE Pflegeeinrichtung Käthe Kern herrscht Hochbetrieb. Pflegepersonal und Bewohner sind im Garten versammelt – denn die Helden sind da!


Wenige Tage zuvor hatte die B.Z. dazu aufgerufen, der Pflegeeinrichtung bei der Gartenarbeit zu helfen. Ehrensache für Beate Heise (44). Die gelernte Gärtnerin kam extra aus Schöneberg. „Ich liebe die Gartenarbeit. Leider finde ich keinen Job in diesem Bereich. Daher kann ich mich nur in meinem eigenen Garten austoben. Umso schöner ist es jetzt, hier zu sein.“ Als Heldin fühlt sich Beate aber nicht: „Warum soll man nicht mal helfen? Für mich ist das etwas ganz Normales.“


Auch für Detlef Siebecke (47, aus Lichtenberg) ist Helfen selbstverständlich. „Gerade alte Leute freuen sich immer sehr, wenn man sie unterstützt. Außerdem ist die Arbeit hier wesentlich sinnvoller, als zu Hause rumzusitzen und nichts zu tun.“ Detlef ist auf einem Zeltplatz groß geworden, er liebt die frische Luft. „Ich bin immer froh, wenn ich mal wieder rauskomme. Und wenn man dabei noch etwas Gutes tun kann, na umso besser!“


Aber nicht nur die Berliner Helden waren an diesem Tag fleißig. Auch die Anwohner der Pflegeeinrichtung packten mit an, mit vollem Elan. So wie Ruth Konopatzki (74): „Ich bin zwar erst seit einem Jahr hier, aber manchmal fällt mir schon die Decke auf den Kopf. Darum finde ich die Gartenarbeit heute eine super Idee.“ Frau Konopatzki schnappt sich ihren Rollator und geht zum nächsten Beet. Das geht langsam, aber es geht. „Ich zupfe die Blüten der Studentenpflanzen ab. Nächstes Jahr kann man die Samen dann wieder neu aussähen.“


Ergotherapeut Uwe Gbur (46) ist stets an der Seite der Bewohner. Heute darf er sogar mal Chef sein. Denn: „Eigentlich bin ich studierter Diplom-Agrarökonom.“ Gbur verteilt nicht nur die Aufgaben an alle freiwilligen Helfer, er passt auch auf, dass seine Schützlinge warm genug angezogen sind und sich nicht übernehmen.


Auf Ella Wentzlaff muss er immer ein Auge haben. Frau Wentzlaff ist nämlich die älteste Bewohnerin des Hauses – stolze 103 Jahre. Sie ist geistig topfit und kaum zu halten. „Früher habe ich viel und gerne im Garten gearbeitet. Aber heute ist das alles nicht mehr so leicht. Trotzdem halte ich die Aktion für eine tolle Idee“, sagt sie und lächelt. Zur Erinnerung hat sie sich eine Rose abgepflückt. „Die stell ich jetzt in eine Vase auf mein Zimmer.“


Nach vier Stunden Gartenarbeit sind alle Bewohner zufrieden, auch Stefan Brümmer, der Leiter der Pflegeeinrichtung: „Wir sind wirklich glücklich über das Ergebnis. Es war ein erfolgreicher Tag mit einer Menge Spaß.“

 

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