Helden-Herrchen gesucht
Zwei Berlinerinnen kümmern sich liebevoll um ehemalige Zuchthunde.
Amata flitzt ängstlich ins Haus, während sich die anderen Hunde im Garten um ein rotes Plastikbällchen balgen. „Ihre Seele ist angeknackst“, seufzt ihre Pflegemutter Jana (32) aus Wernsdorf. „Sie braucht Zeit und viel Verständnis.“
Die Golden-Retriever-Hündin kommt aus Holland, wo sie als Zuchthündin in einer riesigen Lagerhalle ihr bisheriges Leben verbringen musste.
Zusammengepfercht in einer Box sollte sie so viele Welpen wie möglich werfen. Gras hat sie noch nie unter ihren Pfoten gespürt. Bis sie im Februar über das Projekt „Ausrangiert und abgeschoben“ zu Jana und Christiane Friese (38) nach Berlin kam.
Das Projekt wurde Anfang des Jahres von den beiden Tierschützerinnen ins Leben gerufen. Es kümmert sich um Zuchthündinnen, die nicht mehr produktiv genug sind, und um Hunde, die von ihren Besitzern abgegeben werden. Jana und Christiane sind Pflegestellen, sorgen sich so lange um die Vierbeiner, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben.
Amata kam mit hohem Fieber und entzündeter Gebärmutter
Jana betreut Amata, Christiane hat letzte Woche Momo (2) zu sich genommen. Der Border-Collie Mix stammt aus Bosnien, lebte dort in einem Tierasyl. „Noch ist sie ist skeptisch und hat schlechte Zähne“, erzählt Christiane. „Sie wird aber immer verschmuster, und der Tierarzt kriegt das mit den Zähnen auch wieder hin.“ Während Momo mit Christianes beiden Labradors herumtobt, schaut Amata schüchtern zu.
„Sie kam mit hohem Fieber und einer vereiterten Gebärmutter zu uns“, erzählt Jana. „Wäre sie nicht aus dieser Zuchthölle rausgekommen, wäre sie gestorben.“ Die zweijährige Hundedame hat sich in den Monaten in Freiheit sehr verändert: Sie hört auf einfache Kommandos und gewinnt ihre Lebensfreude zurück. 20 Hunde hat „Abgeschoben und ausrangiert“ bis jetzt aufgenommen, zehn wurden erfolgreich vermittelt. Dennoch braucht das Projekt dringend Pflegestellen und Patenschaften.
Jana und Christiane Friese suchen für die Vierbeiner neue Besitzer, die sich mit Zeit, Verständnis und vor allem viel Liebe um die Tiere kümmern. Helfen kann jeder: sei es als neues Zuhause, als Pflegestelle oder mit einer Patenschaft für einen bestimmten Hund. Außerdem kann „Ausrangiert und abgeschoben“ immer Transportboxen oder Leinengeschirre gebrauchen.
Informationen finden Sie auch auf www.ramses-und-co.de oder direkt bei Christiane Friese, Tel: 0176/ 2948 3923.





