Helden-Einsatz im Schnee
Nach B.Z.-Aufruf: Helden-Einsatz gegen den Schnee.
Schneefall, Schneematsch, Eisberge – so nervt uns der Winter weiter. Deshalb hatte die B.Z. aufgerufen: Lasst uns den Frost-Frust wegschieben! Von früh bis Abend rückte das Heldenteam der B.Z. raus.
Wir befreiten eingeschneite Autos, schaufelten Parkplätze und Hinterhöfe frei, zerhackten das harte Eis. Und viele Berliner machten mit, halfen mit Leibeskräften anderen Berlinern. Die Hilfe war bitter nötig. In Zehlendorf lagen gestern 18 Zentimeter und in Tempelhof zehn Zentimeter.
Vor Weihnachten war Hannelore Bauersfeld (62) das letzte Mal allein draußen: „Bei so einem Wetter bleibt Rollstuhlfahrern nichts anderes übrig. Die freigelegten Wege sind oft zu schmal und schon ein ganz kleiner Schneehaufen ist eine unüberwindbare Hürde. Die Vorderräder bleiben stecken.“ Da kam Held Oliver Kuppelmayr (43) genau richtig. Der arbeitslose Friseur meldet sich als erster bei der B.Z.. „Nur zuhause sitzen ist doch schlimm, arbeiten macht mir Spaß und wenn jemand meine Hilfe gebrauchen kann, komme ich gern.“
Auch im Wedding waren die Berliner fleißig. Dort packten gleich sieben Helden mit an und legten den Fußweg zum Bürgeramt am Leopoldplatz frei. „Der Weg ist gestreut aber nicht eben, ältere Bürger mit Gehhilfen, Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer kommen hier nicht weit“, sagt Bezirksverordneter Michael Schulz (32, „Die Grauen“). Zusammen mit Freunden und harter Gerätschaft wurde geackert, bis die graubraunen Bodenplatten zu sehen waren.
Silvia Hoffmann (50) von der Hauskrankenpflege Jahn alarmierte ebenfalls die B.Z.: „Auf unserem Hinterhof haben wir ein Kommunikationszentrum für Rentner. Viele kommen mit dem Rollstuhl. Doch der Weg ist dicht. Die Hauserverwaltung kommt nicht nach. Auch hier rückten die B.Z.-Helden an, schoben den Schnee weg.
Ruth Jacki (84) aus Charlottenburg kam nicht mehr man in ihr Auto. Die Schneeberge verhinderten das Öffnen der Tür. „Ich hatte vor kurzem einen Schlaganfall, brauche jetzt eine Krücke und kann nicht mehr allein Schneeschieben. Die Helden schaufelten alles frei. Jacki: „Ihr macht mich glücklich. Zur Belohnung gibt’s Trüffel-Pralinen.“
Während immer mehr Berliner sich untereinander helfen, gibt es leider auch andere, denen die Räumpflicht offenbar egal ist oder die sich um die Arbeit bzw. die Kosten drücken wollen. 2500 Verstöße gegen die Räumpflicht wurden seit Jahresanfang festgestellt. „962 Bußgeldbescheide gegen Hausbesitzer sind in Arbeit“, erklärte gestern Innensenator Ehrhard Körting (SPD).
Und wie geht’s weiter: Heute gibt’s leichte Schneefälle bei Null Grad, zum Wochenende wieder bis zu Minus zehn Grad.





