Helden besiegen die Winterkälte
Nach B.Z.-Aufruf spendeten Hunderte Berliner Kleidung und Lebensmittel.
Warme Kleidung, Schlafsäcke, eine Tasse Tee. Dinge, die bei den derzeitigen Temperaturen Leben retten können. Denn 10000 Menschen leben in Berlin ohne eigene Wohnung auf der Straße. Lebensgefährlich bei Temperaturen unter 10 Grad minus! Drei Menschen sind dieses Jahr schon vor Kälte in Berlin gestorben. Gestern hat die B.Z. deshalb zu Sach- und Lebensmittelspenden für Obdachlose und die Notunterkünfte der Berliner Kältehilfe gebeten. Und natürlich sind die Berliner solidarisch, mit den Menschen, die jetzt Hilfe so nötig haben.
„Ich spende zwei neue Jacken, die ich nicht wirklich brauche auch ein paar warme Schuhe“, sagt Rentnerin Helga Cornelius (76) aus Rudow.
Heidi bekommt eine neue Jacke
Die B.Z. brachte die Spenden zu Evas Haltestelle, Berlins einziger Anlaufstelle speziell für obdachlose Frauen. Die Jacke landet nicht etwa in der Kleiderkammer, sondern direkt bei Besucherin Heidi: „Toll, die hält mich warm. Und die Farbe ist auch prima“, bedankt sie sich. So kommt Hilfe an.
Wäschereichef Jan Schoetzau (39) spendet nicht nur selbst Kleidung, sondern ruft auch seine Kunden auf, warme Sachen abzugeben. „Ich sammle alles und bringe es dann in eine Kleiderkammer“, sagt er. „Wir müssen den Schwachen helfen“, sagt er.
Das denkt auch der Geschäftsführer von Kartstadt Sports am Kranzlereck, Gregor Eßer (45). Auch er meldete sich auf de B.Z.-Aufruf, nahm spontan fünf Schlafsäcke und fünf Isomatten aus dem Regal. „Ich finde es wichtig, dass wir alle gemeinsam Sorge tragen, dass wir andere vor dem Erfrieren retten.“ Und dafür ist seine Spende genau richtig: Die Schlafsäcke halten warm bis minus 10 Grad.
Wie akut die Lage ist, zeigen neueste Zahlen der Hilfsorganisationen. Seit Weihnachten ist das Kältehilfeangebot für obdachlose Menschen in Berlin an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt. Mit insgesamt 10934 Übernachtungen sind die meisten Einrichtungen überbelegt.
Hunderte Helden-Anrufe
Da hilft jede Spende. Lothar Markwardt vom mob e.V. in Pankow: „Nach dem B.Z.-Aufruf hat alle zwei Minuten das Telefon geklingelt. Danke für viele lange Unterhosen und Mäntel.“
Auch bei Galeria Kaufhof hat man ein Herz für Obdachlose, spendet Outdoorjacken und Isomatten aus dem aktuellen Sortiment: „Wir freuen uns, dass wir helfen können“, sagt Geschäftsführer Detlef Steffens, „es ist so kalt, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass Menschen eine ganze Nacht im Freien verbringen müssen!“
Diese Einrichtungen suchen weiter Schlafsäcke, Isomatten und Lebensmittel:
Die Teupe, Teupitzer Str. 36, 12059 Berlin, Tel: 68893121
Notunterkunft mob e.V., Prenzlauer Allee 87, 10405 Berlin, Tel: 46794611




