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Schöneberg

Helden-Besen kehren gut

B.Z.-Leser befreiten den Bayerischen Platz in Schöneberg vom Müll

Es gibt Menschen, die sich am Wochenende morgens um zehn noch einmal gemütlich im Bett umdrehen. Und es gibt Menschen, die trotz des freien Tages um diese Zeit, mit Besen und Schaufel bewaffnet, dem Müll auf den Plätzen und Straßen unserer Stadt zu Leibe rücken. Das sind die Berliner Helden.


Am Wochenende stieg der 10. Berliner Freiwilligentag mit Aktionen in der ganzen Stadt (siehe Extra-Kasten unten). Da waren natürlich auch die Berliner Helden gefordert: Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) rief die B.Z. ihre Leser zur großen Aufräum-Aktion am Bayerischen Platz in Schöneberg auf. Denn das war bitter nötig: „Es ist einfach unglaublich, was die Menschen hier alles hinwerfen“, empörte sich Gerhard Reusche (62). Dann holte der Hartz-IV-Empfänger mit einem Greifer einen völlig zerfledderten Lederschuh unter einer Hecke hervor und warf ihn zu bereits gesammelten leeren Wodka-Flaschen, Pappbechern, vergammelten Bananenschalen und angebissenen Dönerbroten.

Stadträtin packt selbst mit an


„So kann ich dem Bezirk auch mal etwas zurückgeben“, sagt Gerhard Reusche. „Und es ist doch schade, dass der hübsche Platz mit der großen Rasenfläche und dem Springbrunnen so verkommt.“

Bei so viel Engagement war es auch für Angelika Schöttler (47, SPD), Bezirksstadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Ehrensache, mit anzupacken. „Der Bayerische Platz war früher einmal die grüne Oase im Kiez“, sagt Schöttler. „Den darf man doch nicht einfach so verkommen lassen!“ Das findet auch Stefan Schildberg, der ehrenamtlich bei der Awo arbeitet und mit einem Rechen die Wege im Park harkte und von Laub, Zigarettenstummeln und Unmengen von Kronkorken befreite. „So sauber sieht es doch viel schöner aus“, war sein Fazit nach getaner Arbeit. „Da hat man wieder Lust, auf einer Bank die Sonne zu genießen.“ Der verdiente Lohn für bärenstarke Helden-Feger!
 

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