Held ahoi!
Alle Helfer an Deck. Der alte Schlepper MS Kormoran soll ein Schulschiff werden.
Mehr Rost als Lack an Deck, das Beiboot hat große Dellen und zuletzt riss Sturm Xynthia der gebeutelten MS Kormoran noch ein Stück der Holz-Reling ab: „Da ist sie heftig gegen die Kaimauer geknallt“, sagt Dr. Uwe Schneider über seinen alten Schlepper.
Doch der erste Eindruck täuscht: „Substanz und Bordwände sind tiptop“, sagt Schneider. „Die Außenhaut besteht aus vier Millimeter dickem Stahl und ist gerade erst erneuert worden.“
Schneider ist Vorsitzender des Vereins „Das Schiff e.V.“, dem die Kormoran gehört. Und er hat Großes mit dem Schiff vor. Denn im Sommer startet der Verein ein Projekt mit Berliner Schulen: „In vierstündigen Touren werden wir mit Jugendlichen naturwissenschaftliche Experimente durchführen“, erklärt er. Dafür wird der alte Wolga-Schlepper (Baujahr 1965 in der ehem. UdSSR) zum Jugendforschungsschiff umgebaut: „Vorne am Bug kommt ein Chemielabor rein – in die Achterkabine eines für Physik“ sagt Schneider. Darin können Schüler dann Experimente zur Gewässerökologie durchführen.
„Wir wollen es Schulen damit ermöglichen, den Unterricht nicht ganz so trocken zu gestalten“, sagt Schneider und lacht. Weiterer Schwerpunkt: erneuerbare Energien. Dafür kommen ein Windrad und eine Solaranlage aufs Schiff. „Dann erklären wir alles – von der Speicherung bis zum Verbrauch“, erklärt Schneider. „Ein Schiff ist eine abgeschlossene Einheit. Da ist das sehr anschaulich.“
Im April kommt die 20 Meter lange MS Kormoran nach Köpenick in die Werft – doch der Umbau ist teuer und davor muss noch viel gemacht werden. Deshalb sucht Käpt’n Schneider noch möglichst viele Hilfsmatrosen, die mit den Vereinsmitgliedern anpacken und mithelfen, den Schlepper als Schulschiff klarzumachen. „Vor allem für eine große Entrümpelungsaktion Ende März brauchen wir noch Ehrenamtliche“, sagt Schneider. Doch er hat noch mehr auf der Wunschliste. Gesucht werden:
► Elektriker, die die Bordelektronik auf Vordermann bringen.
► Lackierer für einen neuen Anstrich.
► Ein Container samt Abtransport für Abfälle und Bauschutt.
► Gebrauchter Windgenerator und Photovoltaikanlage.
► Linoleum (30 qm) für den Laborbereich.
Wer mit Zeit oder Material helfen kann, meldet sich bei Dr. Uwe Schneider, „Das Schiff e.V.“, Tel: 6117667, www.das-schiff-berlin.de





