Ein Rathaus voller Helden
Wowereit überreichte Berlins neue Ehrenamtskarten an engagierte Helfer.
Die Fotografen drängten, doch Klaus Wowereit blieb hart. „Da fehlt noch einer“, verlangte er Geduld. Über 40 Engagierte hatten sich da nach der Verleihung der Berliner Ehrenamtskarten auf der Eingangstreppe des Roten Rathauses um ihn geschart.
Nur Sascha Herte (38), einer der Geehrten, fehlte noch für das geplante Gruppenfoto. Wegen seiner MS-Erkrankung kann er keine Treppen steigen, musste per Aufzug zum Fototermin fahren. Wowi wartete, bis auch Sascha Herte an der Treppe angekommen war, ließ die Fotografen erst dann ihr Foto machen.
Es war eine starke Geste an einem ohnehin starken Abend. Zum ersten Mal wurde am Montag die neue Berliner Ehrenamtskarte an 42 besonders engagierte Berliner verliehen. 4500 der Karten (mit denen es Rabatt in Theatern und Museen gibt) sollen dieses Jahr insgesamt verteilt werden: „Damit wollen wir denen Dank sagen, die dort Wärme geben, wo die Gesellschaft sonst Kälte zeigen würde“, so Wowereit.
Während er die Karten übergab, verlas seine Staatssekretärin, Berlins Ehrenamtsbeauftragte Monika Helbig, die Helfer-Geschichten aller anwesenden Engagierten. Eine einstündige Heldensaga in 42 Kapiteln. Sie erzählte von Renate Füchsel, die Sterbende betreut, Cemil Turan, der sich für Migranten engagiert, Christa Böhme, die beim Roten Kreuz aktiv ist und Hans-Hermann Keune, der vor 18 Jahren bei der Gründung der Berliner Tafel half. Und natürlich von Sascha Herte, der trotz seiner eigenen Erkrankung in einem Kinderhospiz arbeitet.





