Ein Heldendank in Wulffs Revier
Wegen ihres Engagements sind diese beiden Berliner heute beim Bundespräsidenten zu Gast.
Es ist eine ganz besondere Auszeichnung: Die Zehlendorferin Hong Za Dörge (66) isst heute mit Bundespräsident Christian Wulff (51) zu Mittag. Im Schloss Bellevue ist sie zum offiziellen Neujahrsempfang eingeladen. Als eine von nur zwei Berliner Vertretern. Sie weiß nur noch nicht genau, wem sie das zu verdanken hat.
„Ich habe wirklich keine Ahnung, wer mich dafür vorgeschlagen hat“, sagt sie immer noch ein wenig verwundert. Doch das ist eigentlich gar nicht so wichtig, denn der Grund für die Einladung ist recht einfach.
Traditionell lädt der Bundespräsident neben Größen aus Politik und Gesellschaft jedes Jahr auch ehrenamtlich engagierte Bürger ins Schloss, um ihnen so für ihren Einsatz zu danken. Und da ist Hong Za Dörge eine Vorzeigekandidatin, egal wer die Idee hatte, sie vorzuschlagen: Seit über zwei Jahrzehnten organisiert die gelernte Musikerin (ist seit 36 Jahren mit einem Berliner verheiratet) ehrenamtlich koreanische Musikfestivals.
Vor zwei Jahren hat sie zudem das deutsch-koreanische „Dokorea Chor Ensemble“ gegründet: „Alle sprechen gerne von Integration“, sagt die Mutter von zwei Kindern, „wir praktizieren einfach, in dem wir gemeinsam singen“. Sieben Deutsche und sieben koreanische Sänger treten zusammen auf. Der Chor trifft sich immer donnerstags in der Musikschule Steglitz-Zehlendorf (info@koreamusik.de).
Heute natürlich auch. Vorher wird Hong Za Dörge allerdings mit 60 weiteren Ehrenamtlichen bei Christian Wulff am Helden-Tisch sitzen.
Der zweite Mittagsgast aus Berlin ist Michael Heinisch (46). Der Lichtenberger ist ebenfalls seit mehreren Jahrzehnten engagiert. Nach der Wende setzte er sich für Jugendliche in seinem Kiez ein, versuchte Skins und Punks mit der Gründung von Jugendtreffs von der Straße zu holen und ihnen eine Zukunft zu geben. Mit Erfolg.
Der fünffache Vater und Bezirkspolitiker der Grünen hat sein Ehrenamt mittlerweile zum Job gemacht und leitet die „Sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg“ mit acht Kitas und sieben Jugendclubs: „Irgendjemand musste es ja machen“, sagt er bescheiden.





