Die Froschkönige von Buch
Der Naturschutz-Bund sucht Helfer für den Bau seiner Schutzzäune
Der Tod hat vier Reifen und ein Barnimer Nummernschild. Die Autos, die den Rand des kleinen Weges hinter dem Bucher S-Bahndamm säumen, sind der natürliche Feind von Frosch und Co.
Zu Tausenden hüpfen und krabbeln die Amphibien hier in den kommenden Tagen aus ihrem Winterquartier in ihre Hochzeitsgewässer. Vom Schotter des Bahndamms bis in den kleinen Tümpel ‚Moorlinse’ sind es keine 20 Meter – doch die haben es in sich.
„Sobald es in den kommenden Tagen wärmer wird, geht es hier richtig ab“, erklärt Jens Scharon vom Berliner Naturschutzbund (NABU). „Das Problem an dieser Stelle ist, dass die vielen Pendler aus Barnim, die hier wild parken, die Frösche bei An- und Abfahrt platt machen.“
Der Experte vom Naturschutzbund steht neben dem Bahndamm, hebt mit dem Spaten einen schmalen Graben aus, in den gleich schwarze Folie versenkt wird. Zusammen mit sechs Helfern baut er einen Schutzzaun – aus Holzpflöcken, Blumendraht und blauem Seil, 50 Zentimeter hoch. Zwei Tage brauchen die Helfer für 400 Meter Krötenschutz. „Die Kröten kommen nicht über den Zaun, laufen stattdessen an ihm entlang und fallen in die Fangeimer, die wir im Boden versenken“, erklärt er die Funktion des Schutzzauns.
Tiershuttle zum Hochzeitsteich
25 weiße Plastikkübel dienen den Bucher Froschkönigen als Amphibienfalle. „Da werden sie morgens eingesammelt und in den Teich getragen“, sagt Scharon. 15 dieser Zäune baut der NABU in diesen Tagen in ganz Berlin, bis Ende April werden sie mit ihrem Tiershuttle Tausenden Amphibien das Leben retten.
2000 Erdkröten, Moorfrösche, Teichmolche, Grasfrösche und viele der besonders seltenen Knoblauchkröten sammeln die Helfer alleine hier in Buch jedes Jahr ein: „Weiter hinten, wo es keinen Zaun gibt, hatten wir schon 35 tote Tiere in einer halben Stunde“, erklärt Heide Fröhlich (69).
Die frühere Biologielehrerin engagiert sich seit über 30 Jahren für die Amphibien: „Denn wenn wir es nicht tun, dann tut’s keiner“, sagt sie. Bis zu drei Mal die Woche kommt sie dafür aus Pankow nach Buch – natürlich mit dem Fahrrad.
Der NABU sucht Helfer, die in Berlin bei Bau und Betreuung der Zäune helfen. Kontakt: Diana Gevers, Tel: (030)986083718





