Den Kaffee bringt hier ein echter Held
Im Café Grenzenlos arbeiten psychisch kranke Menschen ehrenamtlich.
Wenn es um wichtige Entscheidungen in ihrem Leben geht, dann verlässt sich Andrea (32) auf ein ganz bestimmtes Gefühl: „Wo die Angst ist“, sagt sie, „da geht es lang!“ Und die führte die Köpenickerin direkt hinter den Tresen des Café Grenzenlos in Treptow. Hier stellt sie sich dreimal die Woche ihren Ängsten.
Andrea leidet unter Depressionen, hat Angst vor Menschen und unbekannten Situationen. Arbeiten konnte sie deshalb seit ihrer Ausbildung als Einzelhandelskauffrau kaum. Bis sie im September einen Ehrenamts-Job im Café Grenzenlos fand.
Denn das ist kein ganz normales Café (auch wenn es so aussieht), sondern ein Beschäftigungsprojekt des Psychosozialen Verbunds Treptow. Vier fest angestellte Mitarbeiter arbeiten hier mit 15 psychisch kranken Menschen wie Andrea. „Wir wollten hier Beschäftigungsverhältnisse schaffen, die der normalen Arbeitswelt möglichst nahe kommen“, erklärt Jürgen Korth (44), Geschäftsführer des Vereins, das Konzept des Cafés. Gleichzeitig wird Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kranken genommen. Die Mitarbeiter können Pausen machen oder auch gehen, wenn es zu stressig wird. „So können sie sich wieder an regelmäßiges Arbeiten gewöhnen, bekommen Selbstbewusstsein“, erklärt Korth.
Bei Andrea hat das geklappt: „Ich bin schon viel sicherer geworden“, sagt sie. Sogar der Kontakt zu den Gästen macht ihr Spaß: „Vielleicht kann ich mir sogar irgendwann eine normale Arbeitsstelle suchen“, freut sie sich. Dann macht sie sich wieder auf den Weg hinter den Tresen. Ganz ohne Angst.
Das Café sucht ehrenamtliche Helfer, die als Aushilfen die Mitarbeiter unterstützen.
Außerdem werden Gastronomiebetriebe gesucht, die Angestellte des Cafés übernehmen. Und ein Sponsor für den WLAN-Anschluss ist ebenfalls willkommen. Kontakt: PSV Treptow e.V., Frau Katschewitz, Tel: (030)3216201, www.cafe-grenzenlos.de, Plesser Str. 1, Treptow.







