Das Singen ist der Heldin Lust
Alle 14 Tage leitet Gisela Würzebesser ehrenamtlich einen Liederkreis
im Mahlsdorfer Kiez-Treff.
Seit anderthalb Jahren leitet Gisela Würzebesser (66) den Singkreis im Mahlsdorfer Kiez-Treff „Kieke mal“. „Anfangs habe ich mir furchtbar die Ohren zuhalten müssen“, erzählt sie schmunzelnd. Und fügt schnell hinzu: „Schreiben Sie das bloß nicht!“ Doch dann pflichten die Sängerinnen und Sänger ihr bei: „Wieso denn?! Stimmt doch, wir waren wirklich nicht gut“, schallt es von allen Seiten. „Aber mittlerweile singen wir viel besser.“
Davon konnten sich die B.Z.-Reporter bei ihrem Besuch am Hultschiner Damm überzeugen. Und davon, dass die Musik hier nicht allein die Hauptrolle spielt: Auf den Tischen steht Kuchen, immer wieder geht die Kaffeekanne rum, fröhliches Stimmengewirr erfüllt den kleinen Raum.
Kaffee, Kuchen und Gesang
„Hier soll es bewusst nicht wie bei einem Chor zugehen“, sagt Gisela Würzebesser. „Von Anfang an war die Idee ein lockerer Kaffeeklatsch, bei dem eben auch gesungen wird.“
Die Mahlsdorferin fand es schade, dass sich viele Kiez-Bewohner gar nicht kennen. Und als ehemalige Musiklehrerin weiß sie, dass nichts die Menschen einfacher zusammenbringt als die Musik. Also bot sie Eckhard Laßmann (65) an, einen regelmäßigen Singkreis zu gründen.
Jeder darf Lieder vorschlagen
Laßmann ist Vorsitzender des Bezirksverbands Marzahn-Hellersdorf des Unionhilfswerks. Er baute den Kiez-Treff auf. Von Würzebessers Idee war er so begeistert, dass er dem Singkreis selbst beitrat – und nun alle 14Tage mit rund 15Mahlsdorfern Volks- und Wanderlieder anstimmt.
„Jeder kann Vorschläge für Lieder machen, alles ist sehr zwanglos“, sagt die ehemalige Einzelhandelskauffrau Sylvia Losensky (69). „Es ist einfach ganz anders als bei einem richtigen Chor, viel lockerer“, ergänzt Astro-Physiker Dr. Harald Paul.
Eckhard Laßmann ist glücklich über das ehrenamtliche Engagement von Gisela Würzebesser. Denn im Kiez-Treff „Kieke mal“ wird längst nicht nur gesungen. Es gibt Vorträge zu medizinischen, wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Themen, Buchpräsentationen oder Diskussionsrunden. Außerdem Computer- und Entspannungskurse, Tischtennis und Gymnastik, ein regelmäßiges Skatturnier sowie seit Ende Januar sogar einen Baby-Gymnastik-Kurs. „Und all das wäre ohne die tatkräftige Hilfe von Ehrenamtlichen nicht möglich“, sagt Laßmann. Wer den Kiez-Treff „Kieke mal“ unterstützen möchte, meldet sich bei Eckhard Laßmann unter Tel: (030)56596484.





