Das klingt nach einer Heldentat
Klassik-Stars wollen mit Konzerten ehrenamtlich die Philippus-Kirche in Friedenau vor dem Abriss retten.
Musik kann Mauern zum Einsturz bringen. Das wissen wir aus der Bibel und der Geschichte über die Trompeten von Jericho. Musik kann aber auch Dächer vor dem Einsturz bewahren.
Im vergangenen Winter wäre die Philippus-Kirche in Friedenau beinahe unter der Schneelast zusammengebrochen, im Frühjahr wurde sie aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Seitdem findet kein Gottesdienst mehr statt, auch die Gemeinderäume sind nicht mehr nutzbar – es droht der Abriss. Die Sanierung soll 450000 Euro kosten. Zu je einem Drittel finanzieren das Gemeinde und Landeskirche. Der Rest muss über Spenden organisiert werden.
Was Gemeindemitglied Hanno Müller-Brachmann (40), international erfolgreicher Opernsänger, auf die Idee brachte, elf hochkarätige Benefiz-Konzerte für den Erhalt der Kirche zu organisieren.
„Über die Konzerte wollen wir nicht nur Spenden sammeln, sondern auch die Öffentlichkeit auf die Bedeutung einer solchen Gemeinde für den Kiez aufmerksam machen“, sagt Müller-Brachmann. Seine eigenen Kinder hätten hier eine fantastische musikalische Früherziehung erfahren – Angebote, die durch den Abriss der Kirche wegfallen würden.
Musiker verzichten auf Gage
Schnell fand Müller-Brachmann für sein Engagement Unterstützer bei befreundeten Berufsmusikern, etwa der Geigerin Bettina Sartorius (40) von den Berliner Philharmonikern.
Sie wird am 31. Januar in der benachbarten Nathanaelkirche auftreten und verzichtet, wie alle beteiligten Musiker, selbstverständlich auf ihre Gage. „Ich werde mich auf das Konzert genauso gewissenhaft wie auf einen Abend in der Philharmonie vorbereiten“, verspricht sie.
31. Januar, 20 Uhr, Nathanaelkirche, Grazer Platz 2 (Schöneberg), Violinsonaten mit Bettina Sartorius. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten. Alle Konzerte finden Sie im Internet auf www.rettet-philippus.de, Infos unter Tel.: (030)8527874.




