Dank B.Z. hechelt hier ein Held
Schäferhund Fridolin arbeitet seit zwei Monaten ehrenamtlich in einer Kita.
Kimi (4) kann sich noch genau an den Hund erinnern, der sie Silvester im Gesicht gebissen hat. „Ganz groß war der“, sagt sie. „Und braun.“ Seitdem hat sie Angst vor Hunden. Nur vor Fridolin nicht. Denn der ist ein echter Helden-Hund!
Als Diana Nieter (38) mit ihrem schwarzen Kurzhaarschäferhund durch die Tür der Kita Zauberstein in der Cunistraße in Französisch-Buchholz (Pankow) kommt, stürmt ihr nicht nur Kimi, sondern gleich ein ganzes Dutzend weiterer Kinder zwischen zwei und fünf entgegen. „Fridolin! Fridolin!“, rufen sie aufgeregt. Berührungsängste? Fehlanzeige.
Helden-Prüfung ohne Probleme bestanden
„Damit haben wir unser erstes großes Ziel schon erreicht“, sagt Diana Nieter strahlend. Seit rund zwei Monaten kommt sie mit Fridolin einmal in der Woche in die Kita. In der B.Z. hatte der Verein „Therapiehunde Berlin“ nach Herrchen und Frauchen gesucht, die ihre Lieblinge zu Besuchshunden für Kindereinrichtungen, Seniorenheime und Krankenhäuser ausbilden lassen wollen. Voraussetzung ist, dass die Tiere Freude am Kontakt mit Menschen haben, Befehle ohne Zögern befolgen und keine Aggressionen zeigen. Fridolin bestand die Prüfung problemlos – und machte sich auch im echten Einsatz sofort prächtig.
„Bei seinem erstem Besuch hatten viele Kinder noch Angst vor ihm“, erzählt Erzieherin Silke Iskraut (42). „Aber dann haben wir Schritt für Schritt eine Beziehung zwischen den Kindern und Fridolin aufgebaut. Dabei haben wir auch ausführlich über die Unterschiede zwischen Hunden und Menschen gesprochen und erklärt, wie man erkennt, ob ein Hund sich freut oder vielleicht ärgert.“
Fridolin lässt sich sogar den Hunde-Keks wegfuttern
Eine der wichtigsten Lektionen: Jeder Hund reagiert anders. „Die Kinder dürfen auf keinen Fall den Respekt vor Hunden verlieren“, sagt Winfried Börner (58), Vize-Vorsitzender des Vereins Therapiehunde Berlin. „Schließlich sind nicht alle so lieb wie Fridolin.“
Der wurde noch nicht einmal böse, als die anderthalbjährige Carolin kurzerhand seinen Hunde-Keks in den Mund steckte. Mittlerweile hat Carolin gelernt, dass Hunde und Menschen nicht nur unterschiedlich sind, sondern auch unterschiedliche Dinge essen.
So kann auch ihr Hund ein Held werden
Wer seinen Liebling auch zum Therapiehund ausbilden lassen möchte, meldet sich beim Verein Therapiehunde Berlin, Ansprechpartner ist Winfried Börner, Tel: (030)5617226.





