Bau einer neuen Kita
Ryan (4) ist zwar noch kleiner als seine Schaufel und spielt sonst nur Baustelle im Sandkasten – aber heute darf er mal „in echt“ ran.
Ryan ist einer von über 30 ehrenamtlichen Helfern, die in Marzahn mit dem Umbau eines früheren Jugendclubs zur Kita begonnen haben. Der Nachbarschaftsverein „Kiek-In e.V.“ hat vom Bezirk den Auftrag bekommen, einen neuen Kindergarten für den geburtenstarken Bezirk einzurichten. Doch noch ist davon wenig zu sehen.
Meterhohe Büsche verstecken die Fassaden des Platten-Containers. Dahinter leuchten Graffiti, der Putz blättert von den Wänden. Deshalb packen jetzt alle mit an. Vereinsmitglied Ingo Blümel (40): „Wir holen den Schuppen jetzt aus dem Dornröschenschlaf!“
Bezahlt wird der Umbau vom Konjunkturprogramm des Bundes. Aber bevor die Bautrupps anrücken, wollen die zukünftigen Kita-Kinder und ihre Eltern schon mal das Nötigste selber machen. „Wir reißen vor allem die Hecken und Sträucher aus“, erklärt Ryans Mutter Claudia Seemel (25). „Dann können in den nächsten Tagen die Gerüste angestellt werden.“
Im Frühjahr soll die neue Kita eingeweiht werden – 65 Kinder werden dann regelmäßig hier betreut. Auch Hanna (4) ist mit ihrer Mutter im Einsatz. Sie geht in die zweite Vereins-Kita, da ist Anpacken Ehrensache. „Ich habe schon Steine weggeräumt, Unkraut gezupft und etwas getrunken“, erzählt sie stolz (natürlich wird sie nicht überfordert, es soll ja Spaß machen).
Besonders motiviert ist Marek Scholz, der gerade an einer besonders festen Wurzel zerrt: „Gestern Nacht ist unser drittes Kind Justyna Lilliana auf die Welt gekommen – sie soll ja eine fertige Kita haben, wenn sie alt genug ist.“ Vom Kreißsaal ist er deshalb direkt zum Baueinsatz gekommen.





