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Charlottenburg, Wedding

Aus Hartz wird Held

Berliner Arbeitslose engagieren sich, um eine Aufgabe zu haben.

Sie sind arbeitslos, aber nicht ohne Aufgabe. Viele Berliner ohne festen Job engagieren sich ehrenamtlich. Gestern berichteten wir über die arbeitslose Heidi Brummunds (42), die über ihr Ehrenamt sogar zu einem festen Arbeitsvertrag kam. Und sie ist nicht die einzige Hartz-IV-Heldin, die sich freiwillig engagiert.

„Viele Arbeitslose tun das“, weiß die Ehrenamts-Koordinatorin der Caritas, Katja Eichhorn, „so kann man sich wichtige Kompetenzen erhalten und weiter am sozialen Leben teilnehmen. Man kann zeigen, dass man am Ball bleibt, aktiv ist.“

Nazan E. (62) ist dafür das beste Beispiel. Seit zehn Jahren ist sie arbeitslos, seit sechs Jahren arbeitet sie bis zu zweimal die Woche in der Obdachloseneinrichtung „Evas Haltestelle“ in Wedding: „Ich bin allein, habe keine Familie, da ist mein Ehrenamt eine willkommene Abwechslung“, sagt sie.

Auch Lehrerin Martine (42) ist bei „Eva“ aktiv: „Die Arbeit strukturiert den Tag“, sagt sie, „und sie liegt mir am Herzen.“ Auch Frank Külske lebt von Hartz IV, auch er engagiert sich ehrenamtlich. Seit über zehn Jahren ist er Mitglied beim Naturschutzbund. Seit einem Jahr verdient er sich als 1-Euro-Jobber beim Nabu als Helfer in der Öffentlichkeitsarbeit bis zu 198 Euro monatlich dazu.

„Man will ja etwas tun, denn für jeden Menschen ist es wichtig, eine Aufgabe zu haben, und als Förster habe ich die richtige Qualifikation, kann mein Wissen gut einbringen“, sagt er.


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