Auch Helden brauchen eine Masche
Lieselotte Banerjee (72) strickt für indische Waisen und sucht Helfer.
„Small Mama – kleine Mutter“ rufen ihre indischen Schützlinge, wenn Lieselotte Banerjee (72) einmal im Jahr zu Besuch ins Waisenhaus nach Kalkutta kommt. Eine Bezeichnung, die nicht nur ein Spitzname ist, sondern Dank und Auszeichnung.
Denn seit über zehn Jahren unterstützt die Charlottenburgerin Waisenkinder. Und das mit einer ganz besonderen Masche: Zusammen mit sechs weiteren Berliner Seniorinnen (den „Wollmäusen“) strickt sie Socken, Schals und Pullis, verkauft sie in Berlin auf dem Markt und spendet den kompletten Erlös an die Kinder in Indien. „Mein Mann stammt aus Indien“, erklärt sie, „wir sind seit 42 Jahren verheiratet. Bei einem unserer Familienbesuche hatte ich die Idee, etwas für die Ärmsten dort zu tun.“
Erst unterstützte und strickte sie dann für das Armenhaus von Mutter Teresa, mittlerweile für die 46 Waisenmädchen in Kalkutta. Mehrere Tausend Euro kommen so im Jahr zusammen. Jeder Cent von Hand erstrickt: „Als Krankenschwester habe ich ein Helfersydrom“, sagt sie bescheiden über ihr Engagement.
Aber vielleicht hilft sie auch, weil sie weiß, wie es ist, arm zu sein: „Wir waren nach dem Krieg selbst Flüchtlinge und bettelarm. Damals haben wir gestrickt, weil wir uns nichts leisten konnten.“ Heute hilft sie damit den Ärmsten der Welt.
Die „Wollmäuse“ treffen sich jeden Mittwoch, von 14 bis 17.30 Uhr, im Seniorenclub in der Schmargendorfer Cunostraße 1. Dort kann man auch Socken, Mützen und Schals kaufen. Die Gruppe sucht dringend sehr gute Strickerinnen. Kontakt: Tel: (030)8911001




