Album eines Helden-Lebens
Paul Müller ist seit 64 Jahren sozial engagiert.
Wenn Paul Müller (83) von seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten erzählt, muss er sehr weit ausholen. Kein Wunder: Seit 64 Jahren setzt sich der Neuköllner für seine Mitmenschen ein. Ein echtes Helden-Urgestein!
Als 19-Jähriger kam Müller 1945 schwer verwundet aus dem Krieg zurück. Statt zu jammern, packte er an – nicht nur in seinem Beruf als Werkzeugmacher. In der Firma engagierte er sich im Betriebsrat, in der Gewerkschaft leitete er Stadtteilgruppen in Neukölln und Reinickendorf, auch in der Arbeiterwohlfahrt war er aktiv. In der IG-Metall-Jugend reparierte er für Neuköllner Kinder Spielzeuge. Doch Müller begnügte sich nie mit einem Ehrenamt. „Schließlich schrien einen die Aufgaben geradezu an“, sagt er.
Also drängte es Müller in die Politik: Von 1968 bis 1982 saß er für die SPD in der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln, nebenher fungierte er als Kassenwart des Jugenderholungswerkes. „Damals war ich selten vor zehn Uhr zu Hause“, sagt er. Später verstärkte er den Widerspruchsausschuss der Hauptfürsorgestelle, und bis vor zwei Jahren war er außerdem als freiwilliger Sozialrichter aktiv sowie als Schatzmeister der Seniorenvertretung Neukölln. Für die ist er auch heute noch unterwegs. „Solange ich laufen kann, werde ich mich ehrenamtlich engagieren“, sagt er. Für die B.Z. öffnete er das Album seines Helden-Lebens...





