Berlins warmes Herz
In der Bahnhofsmission am Zoo gaben sich die Helden Mittwoch die Klinke in die Hand.
Schlafsäcke, warme Unterhosen, Handschuhe, Mützen, Kaffee und H-Milch. An der Berliner Bahnhofsmission standen gestern nicht die Bedürftigen Schlange, sondern viele helfende Berliner. Sie wollten Kleidung und Lebensmittel spenden, gaben sich im Sekundentakt die Klinke in die Hand.
„Ich habe Schlafsäcke und Isomatten mitgebracht“, erzählt Christiane Aghajanian (42), Vertriebsmitarbeiterin bei Siemens. „Damit fahren wir immer zelten, aber bei dieser Kälte werden sie hier mehr gebraucht.“
Brigitte Fehlberg (69) aus Dahlem hatte den Kofferraum ihres Polo mit H-Milch und Margarine beladen: „Uns geht es doch gut, da kann man auch mal etwas abgeben.“
So wie sie waren viele dem Hilferuf der Bahnhofsmission gefolgt, brachten außerdem noch warme Kleidung wie Skihosen und Schals und andere nützliche Gegenstände wie Kaffeetassen.
„Es ist wirklich der Wahnsinn, wie viel Unterstützung wir gerade bekommen“, sagt Leiter Dieter Puhl (54). „Kleidung haben wir jetzt glücklicherweise genug. Was wir aber noch dringend brauchen, sind Rucksäcke, große Taschen und auch Lebensmittel. Das nehmen wir sehr gerne an.“
Ein ganz besonderes Geschenk kam von Thomas (42), der selbst in einem Obdachlosenheim in Wedding lebt und fast jeden Tag in der Bahnhofsmission zu Gast ist. Er brachte frühmorgens einen Strauß rote Rosen für die Helfer vorbei, überreichte ihn Schülerin Jennifer (18), die einmal in der Woche ehrenamtlich in der Bahnhofsmission arbeitet: „Das ist ein kleines Dankeschön, weil die freiwilligen Helfer hier immer so gut zu uns sind.“
Spenden können rund um die Uhr in der Jebensstraße am Bahnhof Zoo abgegeben werden. Kontakt: Tel: (030)3138088.




