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Charlottenburg

Wer will uns beim Heldsein helfen?

Neues Straßen-Projekt für Berlins Obdachlose.

Wo andere wegschauen, da greifen sie ein. Jana Grösche (19) und Sandra Wonde (34) kümmern sich um Obdachlose, die zu Härtefällen wurden. Menschen, die keine Hoffnung mehr haben, jemals von der Straße wegzukommen.

„Mobile Einzelhelfer“ nennt die Berliner Stadtmission ihre neuen Mitarbeiter. Eine Vierer-Truppe, die sich jeweils in Zweier-Teams um diejenigen, die ganz unten sind, kümmern soll.

„Obdachlose, die sich selbst aufgegeben haben, kommen nicht mehr zu uns. Wir müssen zu ihnen gehen“, sagt Dieter Puhl (54), Leiter der Bahnhofsmission am Zoologischen Garten, „und oft haben wir auch zu wenig Zeit, um langfristig zu helfen.“ Da entstand die Idee für das neue Sozialprojekt.

Als reines Frauen-Team sind Jana und Sandra auch Ansprechpartner für obdachlose Frauen, die Gewalt durch Männer erlebt haben und männliche Sozialarbeiter deshalb meiden.

Die Arbeit der Heldinnen der Straße ist mühselig: Die beiden erkundigen sich auf Plätzen, in Parks und unter S-Bahnbrücken nach Härtefällen. Suchen Junkies, Verwahrloste und Kranke, überlegen sich Lösungen und begleiten die Obdachlosen auch zu Behördengängen. Doch viele wollen keine Hilfe annehmen, haben sich mit ihrer Situation abgefunden.

„Wir versuchen, ihren Lebenswillen wieder zu aktivieren“, sagt Sandra Wonde. Letztes Jahr fuhr sie als Helferin im Kältebus mit, blieb danach bei der Berliner Stadtmission.

Jana Grösche kam über ein Praktikum zur Obdachlosenhilfe: „Das Problem dieser Menschen ist so präsent, dass man buchstäblich jeden Tag darüber stolpert. Alle sehen, sie brauchen Hilfe. Ich finde, wir sollten ihnen diese Hilfe auch geben.“

Zur Unterstützung sucht die Bahnhofsmission noch Ehrenamtliche, im Idealfall Menschen mit Erfahrung im medizinischen und sozialen Bereich. Wer helfen will, meldet sich unter: Tel: (030) 31 380 88.
 

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