Zivi-Klon gesucht!
Vielen Einrichtungen des Bundesfreiwilligendienstes fehlen Bewerber.
Eliott Gutierrez (20) ist der letzte seiner Art. Seit Mai 2011 arbeitet er als einziger Zivildienstleistender auf der Pflegestation des Neukölner AWO-Krankenhauses. Wenn sein Dienst im August zu Ende geht, wird es keinen Nachfolger mehr für ihn geben.
Durch die Aussetzung der Wehrpflicht gibt es auch keine neuen Zivildienstleistenden mehr. Stattdessen tritt heute der Bundesfreiwilligendienst in Kraft: ehrenamtliche Helfer verpflichten sich in der Regel für ein Jahr. Gute Idee, doch die droht zu scheitern. Denn in Berlin gibt es kaum Bewerber, die die zuletzt 1500 Zivis ersetzen könnten: „Wir haben gerade mal mit 18 Freiwilligen Verträge abgeschlossen“, sagt Christiane Lehmacher-Dubberke von der Diakonie, „dagegen stehen noch 230 Zivildienstleistende“. Genauso dramatisch ist die Lage bei der Caritas und dem katholischen Verein In Via: Statt 300 Zivis sind es dort nur fünf Bundesfreiwillige, dabei sind 300 Stellen zu vergeben. Und auch der Paritätische Wohlfahrtsverband meldet gerade mal zehn neue Helfer, die die bisher 640 Zivis ersetzen sollen.
Schwacher Trost: einen Spitznamen haben die Zivi-Klone bereits. Doch auch der ist nicht toll: In den Einrichtungen spricht man einen Tag vor ihrem ersten Arbeitstag nur noch von Bufdis.
Hier werden Freiwillige gesucht:
► 25 offene Stellen beim Malteserhilfsdienst, Tel: (030) 348 003 0
► 100 Helfer sucht das Rote Kreuz, Tel: (030) 600 300 1180
► 340 Helfer sucht die AWO, Tel: (030) 713 917 29
► 300 sind es bei der Caritas und In Via, Tel: (030) 857 842 63
► 230 Stellen hat die Diakonie, Tel: (030) 440 308 312
► 20 Helfer sucht der Arbeitersamariterbund, tel: (030) 213 070.





